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Erziehung fängt an mit getragen werden
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Maintainer: Johannes Fangmeyer, Version 1, 26.04.2005  Druckversion
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Einleitung

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Die KInder der Yeyuna Indianer werden im ersten Lebensjahr immer an der Hüfte der Mutter in einer Stoffschlinge getragen. Sie haben immer Körperkontakt und sind nie allein. Die Mütter gehen dabei der Arbeit nach und kümmern sich wenig um die Kinder. Das soll nach Jean Liedloff ein Urvertrauen der Kinder schaffen, dass es den Kindern ermöglicht immer glücklich zu sein. Die Kinder lernen weitgehend von anderen Kindern und man läßt sie gewähren. Erstaunlicherweise verletzen sich diese Kinder selten und schon mit 5 bis 6 Jahren paddeln sie mit Kanus durch Stromschnellen. Bei ihnen brauchen die Babies auch keine Bäuerchen nach dem trinken machen. Dies scheint nur in der Weißen Gesellschaft so zu sein. Kein Tier, dass Muttermilch trinkt macht ein Bäuerchen. Die Babies werden nie allein gelassen und werden gestillt, sobald sie Hunger haben.

Leben

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Die Yequana Indianer sind zwar zierlicher als Weiße, tragen aber größere Lasten als diese durch den Dschungel. Sie scheinen keine Anstrengung zu kennen und lachen dabei, wenn sie die Lasten tragen. Sie haben fast nie Streit mit Ihren Kindern, weil sie diese zu nichts zwingen. Komischerweise sind ihre Kinder folgsam und widersprechen nicht und achten ihre Eltern.

Politik

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Die Gesellschaftsform der Yequana kommt ziemlich nah an eine anarchistische Gesellschaft heran. Es gibt kaum Hierrarchien in dieser Gesellschaft und niemand zwingt einem anderen seinen Willen auf. Die Yequana sehen den Menschen als soziales Wesen an, dass selbstständig lernt, wie es in der gesellschaft zurecht kommt. Man west die Kinder nicht zurecht. Man erzählt ihnen höchstens Geschichten oder Mythen darüber, was sozial erwünscht ist.

Utopie?

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Auch andere indigene Völker bekommen hin, was wir anscheinend nicht schaffen. Sie sind oftmals friedlich und führen keine Kriege. Bei ihnen gibt es keine Kriminalität, Prostitution und Homosexualität und wenig Gewalt. Zudem leben sie auch schon seit Jahrtausenden nachhaltig und im Einklang mit der Natur. Wir sind von diesem Weg weit entfernt.

Bildung

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Fast jeder Indianer, auch die Frauen haben ein Bildungsniveau, dass einem Doktorgrad bei uns entspricht. Die Menschen kennen die Umgebung aus dem eff eff. Sie kennen die Tiere und Pflanzen in der Gegend genau und sogar die Beziehungen zueinander. Sie züchten selbst Kultur- und Nahrungspflanzen. (So gibt es etwa 80 verschiedene Sorten von Maniok, die die Frauen selber züchten). Zudem haben die Indianer auch noch die ganzen Mythen ihres Stammes im Kopf, die den Umfang der Bibel haben können. Der Sprachwortschatz eines Indianers kommt schnell auf 12 bis 15.000 Worte. Bei uns haben Dichter vielleicht mal 8.000 Worte. Ein Hauptschüler kommt mit 1000 Wörtern aus. Also, wer ist hier ungebildet.

Friedlich?

[Alle Kommentare ausblenden] (6) Es gibt Untersuchungen über indigene Völker, die Zeigen, dass sie ihre Kinder gewaltlos erziehen oder Sex vor der Ehe ermutigen. Die Jugendlichen dürfen frei ausprobieren, wer zu ihnen paßt. Solche Stämme sind friedlich. Die anderen Stämme sind ziemlich aggressiv, wie z.B. die Yanomami, die ihre Frauen schlagen. (Vielleicht kommen sie deshalb so gut an bei uns?). Es gibt die Untersuchungen von dem Ethnologen Malinovski, der auch von Wilhelm Reich angeführt wird, die zeigen, dass sexuelle Freizügigkeit für Jugendliche diese ausgeglichen und friedlich macht. Als Missionare das Jugendhaus der Trobriander schlossen, weil sie Sex vor der Ehe obzön fanden, hatte man bald darauf Homosexualität, Prostitution und Vergewaltigungen. Also alles Laster, die die Kirche vorgibt zu bekämpfen, aber doch nur selber erzeugt.

Literatur

[Alle Kommentare ausblenden] (7) Jean Liedloff, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück, München, Beck, 2001

Links

[Alle Kommentare ausblenden] (8) >http://www.continuum-concept.de




Quelle: http://www.opentheory.org/erziehungskritik/text.phtml
(Last Software Update: 26.04.2005, 22:56)