Home   Was ist ot ?   Regeln   Mitglieder   Maintainer   Impressum   FAQ/Hilfe   Browser
 

Mentale Modell - ein zweiter Beitrag
E-Mail:
Passw.:
 english italiano
Maintainer: Annette Schlemm, Version 1, 24.11.2006  Druckversion
Projekt-Typ: halboffen Tipp: Wer eingeloggt ist, kann
eigene Kommentare korrigieren.
Einloggen können sich Mitglieder
Status: Aktiv

(Stand 22.11.06)

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Das Konzept der mentalen Modelle erhält seine Bedeutung nicht zuletzt von seiner Herkunft und seiner Beziehung zu anderen Konzepten. Die Verwendung des Konzepts in anderen Bereichen muss darauf Rücksicht nehmen. Bis jetzt ist das Konzept der mentalen Modelle noch nicht einmal in der Wissenschaftstheorie für die Naturwissenschaften ein allgemein anerkanntes Konzept. Bei der Übertragung in den Bereich der Gesellschaftswissenschaft ist genau auszuarbeiten, wie deren Spezifik sich für das Konzept auswirkt.

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Das Konzept der mentalen Modelle ist nicht nur irgend ein Modell, sondern es ist vor allem wichtig für die Diskussion der Übergänge zwischen Theorien. Es ist deshalb eng verwandt mit dem Konzept der Paradigmen nach Thomas S. Kuhn.

Paradigmen

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Unter Paradigmen versteht Kuhn "anerkannte wissenschaftliche Leistungen, die für eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten maßgebende Probleme und Lösungen liefern." (Kuhn 1999: 10). Der Begriff trägt in sich nicht nur die Feststellung, dass es vorbildhafte Konzepte gibt, sondern ist vor allem deshalb bedeutend, weil er sich gegen jene Auffassungen richtet, die in der Wissenschaftsgeschichte eine fortschreitende Kumulation von immer angemessenerem Wissen über die Welt sehen. Kuhn dagegen betont das "offenbar willkürliche Element, das sich aus zufälligen persönlichen und historischen Umständen zusammensetzt" als "ein formgebender Bestandteil der Überzeugungen, die von einer bestimmten wissenschaftlichen Gemeinschaft in einer bestimmten Zeit angenommen wird." (ebd.: 19) Die Wissenschaftsgeschichte ist nach Kuhn durch die Aufeinanderfolge von Phasen sog. "normaler Wissenschaft", in der vor allem Fakten innerhalb des gerade gegebenen Paradigmas gesammelt werden und neue Phänomene eher systematisch übersehen werden, und Phasen von revolutionären Umbrüchen, in denen vor allem die Paradigmen ausgewechselt werden und dadurch ganz neue Fakten in den Blick geraten bzw. geschaffen werden. In das Paradigma gehen die "Erfahrungen des Menschengeschlechtes, der ... betreffenden Kultur und schließlich der Fachwissenschaft" (ebd.: 139) ein.

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Kuhn spricht von der "Inkommensurabilität konkurrierender Paradigma" (ebd.: 161) und gibt zu bedenken, dass eine veraltete Theorie zwar als Spezialfall der moderneren Nachfolgerin angesehen werden kann, aber er verweist darauf, dass sich dabei fundamentale Strukturelemente verändern. Wissenschaftliche Revolutionen im Sinne eines Paradigmenwechsels wandeln auch das Weltbild, denn Paradigmen bestimmen auch, "welche Entitäten es in der Natur gibt und welche nicht, und wie sie sich verhalten" (ebd.: 121). Das betrifft natürlich nicht die objektiv-reale Welt, aber "wenn auch die Welt mit dem Wechsel eines Paradigmas nicht wechselt, so arbeitet doch der Wissenschaftler danach in einer anderen Welt" (ebd.: 133). Wenn die Theorien nicht in einer korrespondenzartigen Beziehung stehen, sondern inkommensurabel sind, steht der Fortschritt der Wissenschaftsentwicklung in Frage. Kuhn selbst meint: "Bei wissenschaftlichen Revolutionen gibt es Verlust und Gewinn, und Wissenschaftler neigen dazu, gegenüber dem Verlust besonders blind zu sein." (ebd.: 178) Einen roten Faden haben die einander abwechselnden Paradigmen aber doch: sie bewahren "eine große Zahl der konkretesten Bestandteile vergangener Leistungen" und gestatten "immer zusätzliche Problemlösungen" (ebd.: 181). Was Kuhn auf jeden Fall vermeiden möchte, ist aber eine Bezugnahme auf die "reale" Natur. Fortschritt in der Wissenschaft kann Verbesserungen in Problemlösungen bedeuten - aber es lässt sich nach Kuhn nicht behaupten, dass Wissenschaft "eine bessere Darstellung dessen sei, was die Natur wirklich ist" (ebd.: 217).

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Für die reale Wissenschaftsentwicklung betont Jürgen Renn, dass unter den vielen Versuchen, die Spezielle Relativitätstheorie weiter zu entwickeln, sich der Einsteins Versuch gerade deshalb als erfolgreich erwies, weil er auf die Weitergeltung des Galileischen Trägheitsgesetzes (auch als 1. Newtonsches Axiom bekannt) - also eine ganz deutliche Korrespondenz zur klassischen Mechanik - setzte. Dass er sich gegen andere Versuche durchsetzte, lässt sich nicht durch außerwissenschaftliche Machtkämpfe begründen, sondern nach wie vor kann wissenschaftlich keine der damals konkurrierenden Ansätze erfolgreich in eine gültige Theorie umgesetzt werden. Es muss also doch etwas dran sein, dass es nicht nur beliebige Paradigmen und beliebige Ansätze gibt, unter denen dann durch Konkurrenzkampf der Wissenschaftsgemeinden irgendwann machtgestützte Entscheidungen fallen, sondern dass die Gültigkeit oder Ungültigkeit von Theorien (und ihren Beziehungen zu den Vorläufern) etwas mit den Aussagen zu tun haben, die ihre Anwendung auf die Wirklichkeit hervorbringen.

Mentale Modelle und Paradigmen

[Alle Kommentare ausblenden] (6) In Form von mentalen Modellen werden Momente der Wissenschaft erfasst, die in gewissem Sinne paradigmatisch sind. Mentale Modelle unterscheiden sich aber auch von Paradigmen:

Mentale Modelle in der Wahrnehmungspsychologie

[Alle Kommentare ausblenden] (7) Der Begriff "mentales Modell" erklärt in der Wahrnehmungspsychologie die "Umsetzung des Reizes in einen Zusammenhang". Es entstehen dabei "logische Verknüpfungen, kurze Bilder und Filme aus Erinnerungen und Erfahrungen die vor dem geistigen Auge des Wahrnehmenden aufgebaut werden, um so eine Repräsentation der für die Realität relevanten Aspekte und ihrer dynamischen Wechselwirkungen im Gehirn zu schaffen." (Wikipedia) Wichtige Merkmale derartiger Modelle sind:

Dieses Konzept wurde von Kenneth Craik aufgenommen und in eine umfassende Theorie des Denkens umgewandelt (vgl. Johnson-Laird, Byrne 2000).

Mentale Modelle in der Naturwissenschaftsgeschichte

[Alle Kommentare ausblenden] (8) Jürgen Renn fand, dass derartige zusammenhängende vorstellungsartige Momente in der Wissenschaftsgeschichte ebenfalls eine große Rolle spielen. Ein mentales Modell ist demnach "eine bestimmte Form der Repräsentation von Wissen [...], die besonders geeignet ist, Schlussfolgerungen und deren Veränderungen zu erfassen, die auf unvollständigen Informationen beruhen" (Renn 2006: 43). Mit ihnen lassen sich "auch implizite Schlußfolgerungen erfassen, die in der Handlungslogik von Praktiken verkörpert sind und keine explizite Darstellung in sprachlicher oder schriftlicher Form besitzen" (ebd.). Innerhalb einer Wissenschaftstheorie können mentale Modelle also Bindeglieder zwischen der Alltagserfahrung und dem wissenschaftlichen Arbeiten, bei dem wissenschaftliche Erfahrung auf spezifische Weise organisiert wird, darstellen.

[Alle Kommentare ausblenden] (9) Insgesamt nennt Renn folgende Charakteristika von mentalen Modellen (ebd.: 43):

[Alle Kommentare ausblenden] (10) Für die aristotelische Physik können folgende mentalen Modelle genannt werden:

[Alle Kommentare ausblenden] (11) Als Beispiele für mentale Modelle können wohl auch bildliche Vorstellungen über die Welt und ihre Teile gelten (Quelle: Hawking 2001, S. 229):

[Alle Kommentare ausblenden] (12) Mentale Modelle stabilisieren zwar einerseits eine bestimmte Weise der Wissenschaft, gleichzeitig gilt es als Zeichen der Entwicklungskrise für eine wissenschaftliche Theorie, wenn immer mehr neue Erfahrungen bzw. Überlegungen mit dem bisher vorausgesetzten mentalen Modell in Konflikte geraten. So überschreitet beispielsweise die Bewegung eines Geschoss die Trennung der bei Aristoteles vorausgesetzten Trennung der beiden Modelle. "Probleme wie das der Geschoßbewegung waren Gegenstand kritischer Diskussionen und Revisionen der aristotelischen Naturphilosophie und führten schließlich in der frühen Neuzeit zum Aufstieg der Mechanik, allerdings erst, nachdem solche Probleme eine entschiedene Herausforderung für die zeitgenössischen Praktiker und Theoretiker geworden waren." (ebd.)

[Alle Kommentare ausblenden] (13) Als weiteres mentales Modell in der Physik wird der Atombegriff genannt (ebd.: 144), das Feldmodell nach Lorentz, das für Einsteins Suche nach den Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie heuristisch richtungsleitend war (ebd.: 189, 232) sowie das "Eimermodell", das von Newton ausgehend von Ernst Mach verwendet wurde, um Newtons absoluten Raum in Frage zu stellen (ebd.: 215).

[Alle Kommentare ausblenden] (14) Interessanterweise ist es oft die Verknüpfung vorher getrennter mentaler Modelle, die das wissenschaftliche Denken voranbringt. Das Äquivalenzprinzip der Allgemeinen Relativitätstheorie vereinigt das mentale Modell "Im frei fallenden Aufzug wirken Trägheitskräfte" und das mentale Modell "Im ruhenden Aufzug wirken Schwerkräfte". Aufgrund der Nichtunterscheidbarkeit der Bewegungsweise der Bezugssysteme werden Trägheitskräfte und Schwerkräfte äquivalent, was auch der bereits bekannten numerischen Gleichheit von träger und schwerer Masse entspricht. Mentale Modelle erfassen in modellhaft-intuitiver Weise wesentliche Züge bestimmter Gegenstandsbereiche und in der Entwicklung der Physik werden vorher gültige Wesensunterschiede zusammen geführt (ebd.: 208).

[Alle Kommentare ausblenden] (15) Am Beispiel der Einsteinschen Allgemeinen Relativitätstheorie zeigte Renn, inwieweit mentale Modelle quasi als Barrieren wirken, die erst grundlegend verändert werden müssen, ehe heuristische Prinzipien, neue Erfahrungen und mathematische Methoden zu neuen Theorien führen können.

Nichtmonotone Logik und mentale Modelle

[Alle Kommentare ausblenden] (16) Die Bedeutung der mentalen Modelle erklärt sich vor allem durch ihre Rolle in der nichtmonotonen Schließweise in der wissenschaftlichen Erkenntnis. Es geht darum, neue Informationen in das Schlussfolgern einzubeziehen, nicht lediglich vorhandenes Wissen in verschiedenster Weise umzuformulieren. Eine klassische, monotone Schlussweise wäre z.B. folgende:

Das stimmt zwar - wenn wir jetzt aber zusätzlich erfahren, dass Tux ein Pinguin ist, erweist sich unser Schluss als falsch, denn Pinguine können nicht fliegen. Was nun? Die nichtmonotone Logik hat einen Ausweg. Die Aussage 2 wird nun als "Default-"Annahme betrachtet, die den Überlegungen zwar zugrunde gelegt wird, die unter dem Eindruck neuer Informationen aber außer Kraft gesetzt werden kann - wir ersetzen sie durch die Aussage "Pinguine wie Tux können nicht fliegen." (Wikipedia (nichtmonotone Logik), vgl. auch Renn 2006: 44f.).

[Alle Kommentare ausblenden] (17) In der Wissenschaftsgeschichte zeigte sich, dass der Übergang von einem Theoriensystem zu einem anderen i.a. mit dem Wechsel der Defaultannahmen verbunden war, und um diese näher zu bestimmen, spricht Renn von "mentalen Modellen". Die Aristotelische Physik funktioniert, solange ihre Defaultannahme (ihr mentales Modell): "Bewegung wird durch Kräfte erzeugt" als geltend angenommen werden kann. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Bewegung von Wurfgeschossen damit nicht ausreichend erklärt werden kann. Über mehrere Jahrhunderte hinweg wird diese Frage diskutiert, bis bei Galilei schließlich diese Defaultannahme verändert: Kraft ist nicht die Bewegungsursache, sondern sie verändert lediglich den Bewegungszustand, d.h. Kraft ist nicht verbunden mit der Erzeugung einer Geschwindigkeit, sondern einer Beschleunigung. Mit dieser neuen Annahme kann dann schließlich die klassische Mechanik durch Newton geschaffen werden. Wir sehen, dass gerade diese Annahme, also dass Bewegung nicht durch Kraft erzeugt wird, sondern sozusagen als der "Normalzustand" vorausgesetzt (und nach einer Ursache von geradlinig-gleichförmiger Bewegung nicht mehr gefragt wird), nicht gerade unserer ersten Intuition entspricht. Wir nehmen ständig wahr, dass ein sich mit konstanter Geschwindigkeit bewegender Körper abbremst, dass seine weitere Bewegung einer Kraftzuführung bedarf. Aber wenn wir eine gute Physiklehrkraft hatten, wir haben gelernt, dass hier die eine bremsende Krafteinwirkung durch die Reibung zu berücksichtigen ist. Ohne diese Krafteinwirkung gilt Galileis Satz: Der Körper bewegt sich geradlinig-gleichförmig weiter. Die Vorstellungen über die Verursachung verschiedener Bewegungszustände sind derartige mentale Modelle, deren Rolle in der Wissenschaftsentwicklung fast immer nicht ausreichend genug betrachtet wird.

Wahrheitsanspruch der mentalen Modelle

[Alle Kommentare ausblenden] (18) Während in der Diskussion der Paradigmen oft verschiedene Paradigmen als gleichermaßen gerechtfertigt neben einander gestellt werden, wird bei der Untersuchung mentaler Modelle der Übergang von vorherigen zu neueren mentalen Modellen durchaus eher als Fortschritt gesehen. (Vorausgesetzt ist hier das mentale Modell von dialektischer Entwicklung).

[Alle Kommentare ausblenden] (19) Es wird betont, dass auf Grundlage des jeweils vorherigen mentalen Modells Probleme und Widersprüche (Problemantinomien nach Narski 1973 und Röseberg 1984) entstehen, die erst nach dem Übergang zu neuen Theorien auf Grundlage neuer mentaler Modelle gelöst werden konnten. Dass dies so ist, wird nicht durch die Behauptung einer "unverrückbaren Wahrheit" (Bärmann 2006) gerechtfertigt, sondern damit, dass unserem Erkenntnisbemühen durchaus eine äußere Welt, die relativ zu unseren Erkenntnisbewegungen stabiler und in sich konsistent ist, entgegen steht und zumindest Widerstand gegen beliebige Erkenntnisbilder, die sich als nicht angemessen erweisen, ausübt.

[Alle Kommentare ausblenden] (20) Auch unter Berücksichtigung der Überlegungen aus den Science Studies, die den "Zusammenhang des epistemischen Status von Wissenschaft und ihrer institutionellen Stellung in der Gesellschaft" (Scharping 2001:9) untersuchen und davon ausgehen, dass auch das wahre Wissen sozial konstruiert ist, läuft die soziale Konstruktion nicht im luftleeren Raum ab, sondern gerade aus der Art und Weise der Konstitution von Wissen lässt sich auf die Konstituenten selbst - und damit auch die Wirklichkeit - zurück schließen (wenn auch tatsächlich keine Erkenntnis der Welt, "so wie sie ohne unsere Erkenntnis wäre" zu erreichen ist).

Mentale Modelle in der Gesellschaftstheorie

[Alle Kommentare ausblenden] (21) Es ist tatsächlich nicht einfach komplikationslos möglich, einen Begriff aus der Wissenschaftstheorie für Naturwissenschaften auf die Gesellschaftswissenschaften zu übertragen. Trotzdem besteht auch in der Gesellschaft das berechtigte Ziel, die objektive Veränderbarkeit zu erkunden. Das darauf orientierte Erkenntnisinteresse ist Moment der gesellschaftlichen Praxis und ihr nicht entgegen zu stellen. Gesellschaftliche Strukturen und Bewegungen sind besondere Formen, die sich nicht in reduktionistischer Weise mit rein naturwissenschaftlichen (oder allgemeinwissenschaftlichen, z.B. systemtheoretischen) Mitteln angemessen begreifen lassen.

[Alle Kommentare ausblenden] (22) Die Besonderheit der Gesellschaftstheorie ist vor allem darin zu sehen, dass es eine Theorie über die Praxis der Menschen ist, zu denen die Erkenntnissubjekte selbst auch gehören. Eigentlich ist auch in der Naturwissenschaft der Naturwissenschaftler zugleich immer auch praktisch Tätiger (wissenschaftliche Erfahrung bedarf des praktischen Eingreifens), und sein Gegenstand ist nicht etwa ein natürliches Ding, so wie es ohne seine Einwirkung wäre sondern ist seine Praxis. Aber trotzdem ist er dann nur ein Moment des Prozesses, während in der Gesellschaftswissenschaft seine Erkenntnis unmittelbar auch selbstreflexiv auf ihn als gesellschaftliches Wesen gerichtet ist. Die Kernchemie eines Sterns kann ich als Wissenschaftlerin untersuchen, ohne meine eigene Körperchemie berücksichtigen zu müssen (ich kann die Entstehung meiner Körperatome in einer Supernova durchaus ausblenden). Die Gesellschaftlichkeit steckt jedoch immer in mir drin. Dies ist in jeder Gesellschaftsform so.

Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (23) Zusätzlich erschwert ist die Situation in der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaftsform. Hier begegnet den Menschen ihre Gesellschaftlichkeit als scheinbar äußere Macht. Menschen müssen ihr Leben als vereinzelte Individuen im Konkurrenzkampf gegen andere (und als Kapitalabhängige insgesamt noch gegen die Kapitalinteressen) führen, so dass ihnen ihre gesellschaftlichen Beziehungen als von außen auferlegte erscheinen. Diese Erscheinung ist einerseits so gegeben (anders als innerhalb dieser vereinzelnden Verhältnisse kann niemand leben) - andererseits verdeckt diese Erscheinung des individuellen Vereinzeltseins und der Äußerlichkeit gesellschaftlicher Beziehungen die tatsächlichen gesellschaftlichen Zwangs- und Machtverhältnisse. Es entsteht ein "notwendig falsches" Bewusstsein. Es ist notwendig, weil es in dieser Gesellschaft angelegt ist, und jede Person sich im Verhalten anderen gegenüber danach richtet und sie tendenziell auch so denkt und "falsch" im Sinne von "verkehrt", weil es so nicht stimmt: Wir sind nicht wirklich Vereinzelte, denen die Gesellschaftlichkeit von außen zukommt, sondern wir bleiben auch als Individuen gesellschaftliche Wesen. Als ein Begriff für solche in sich widersprüchlichen Denkformen gibt es das Wort "Ideologien". Diese sind dann Auffassungen, die

[Alle Kommentare ausblenden] (24) Die Widersprüchlichkeit dieser "ideologischen" Denkformen zeigt sich vor allem darin, dass

Literatur

[Alle Kommentare ausblenden] (25)
Bärmann, Benni (2006): Wirbel und mentale Modelle. Internet http://www.aymargeddon.de/laboratorium/index.php/Bedeutungswirbel#Wirbel_und_mentale_Modelle. (2006-11-19)
Hawking, Stephen (2001): Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
Johnson-Laird, Phil; Byrne, Ruth (2000): Mental Models Website: http://www.tcd.ie/Psychology/Ruth_Byrne/mental_models/
Kuhn, Thomas S. (1999): Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Erstauflage 1962)
Narski, Igor S. (1973): Dialektischer Widerspruch und Erkenntnislogik. Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften.
Renn, Jürgen (2006): Auf den Schultern von Riesen und Zwergen. Einsteins unvollendete Revolution. Weinheim: Wiley-VCH-Verlag. Kapitel 1 online (PDF): http://www.wiley-vch.de/templates/pdf/352740595X_c01.pdf
Röseberg, Ulrich (1984): Szenarium einer Revolution. Nichtrelativistische Quantenmechanik und philosophische Widerspruchsproblematik. Berlin: Akademieverlag.
Scharping, Michael (Hrsg.) (2001): Wissenschaftsfeinde? "Science Wars" und die Provokation der Wissenschaftsforschung. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Wikipedia (Mentales Modell): http://de.wikipedia.org/wiki/Mentales_Modell#Das_Mentale_Modell. (2006-11-19)
Wikipedia (nichtmonotone Logiken): http://de.wikipedia.org/wiki/Logik#Nichtmonotone_Logiken. (2006-11-19)




Quelle: http://www.opentheory.org/kf_mentales_modell2/text.phtml
(Last Software Update: 24.11.2006, 15:48)