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OEkoNux - Oekonux Einführungskladde ohne Nutzungsexklusion
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Maintainer: Stefan Merten, Version 1, 13.04.2002  Druckversion
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Status: Final

OEkoNux

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Projekt Oekonux [http://www.oekonux.de]

[Alle Kommentare ausblenden] (2) ______________________________________________________________________ .

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Oekonux Einführungskladde ohne Nutzungsexklusion

[Alle Kommentare ausblenden] (4) URL: http://www.oekonux.de/einfuehrung/kladde/

"Freie Software" - was ist das eigentlich?

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Aspekte, die für die Oekonux-Diskussion wichtig sind

Charakteristika Freier Software

[Alle Kommentare ausblenden] (6) o Beliebige Software kann Frei sein

[Alle Kommentare ausblenden] (7) o GNU/Linux, Apache, Gcc, Perl

[Alle Kommentare ausblenden] (8) Beispiele für systemnahe Software

[Alle Kommentare ausblenden] (9) o KDE, StarOffice, Gimp

[Alle Kommentare ausblenden] (10) Beispiele für Anwendungen

[Alle Kommentare ausblenden] (11) o Das eigentliche Produkt ist kostenlos

[Alle Kommentare ausblenden] (12) Aber: Preis spielt eine Rolle, ist aber nicht entscheidend

[Alle Kommentare ausblenden] (13) o Quellcode ist verfügbar

[Alle Kommentare ausblenden] (14) Wichtig für die meisten der folgenden vier Rechte, die jedeR an Freier Software hat

[Alle Kommentare ausblenden] (15) o Software darf zu jedem Zweck eingesetzt werden

[Alle Kommentare ausblenden] (16) o Die Quellen dürfen studiert und angepaßt werden

[Alle Kommentare ausblenden] (17) o Die Software darf beliebig weitergegeben werden

[Alle Kommentare ausblenden] (18) o Veränderte Versionen dürfen beliebig weitergegeben werden

[Alle Kommentare ausblenden] (19) Frei im Sinne von Freiheit

Produktionsweise Freier Software

[Alle Kommentare ausblenden] (20) Sehr wichtiges Charakteristikum

[Alle Kommentare ausblenden] (21) o Geldfrei

[Alle Kommentare ausblenden] (22) EntwicklerInnen finanzieren sich auf anderem Wege

[Alle Kommentare ausblenden] (23) Ähnlich anderen Hobbies

[Alle Kommentare ausblenden] (24) o Auf freiwilliger Grundlage

[Alle Kommentare ausblenden] (25) o Notwendigkeit konkreter Problemlösungen

[Alle Kommentare ausblenden] (26) o Selbstentfaltung der EntwicklerInnen

[Alle Kommentare ausblenden] (27) Programmieren macht (manchen) Spaß

[Alle Kommentare ausblenden] (28) Andere Tätigkeiten können ebenfalls der Selbstentfaltung dienen

[Alle Kommentare ausblenden] (29) o Vielfältig selbstorganisiert in kleinen, unabhängigen Gruppen

[Alle Kommentare ausblenden] (30) o International im Internet

[Alle Kommentare ausblenden] (31) Oft entsteht eine hohe Qualität

[Alle Kommentare ausblenden] (32) Qualität ist unmittelbare Folge der Produktionsweise

Freie Software und kommerzielle Einflüsse

[Alle Kommentare ausblenden] (33) o Firmen engagieren sich

[Alle Kommentare ausblenden] (34) o Distributoren und Linux-Firmen (SuSE, RedHat, innominate, ...)

[Alle Kommentare ausblenden] (35) Haben ein Interesse am Ist-Zustand, da sie daraus entstanden sind

[Alle Kommentare ausblenden] (36) o Hardware und andere (IBM, SGI, Corel, ...)

[Alle Kommentare ausblenden] (37) Insbesondere für Hardware-Firmen ist GNU/Linux einfach nützlich

[Alle Kommentare ausblenden] (38) Haben daher ein Interesse am Ist-Zustand

[Alle Kommentare ausblenden] (39) o Lizenzen schützen vor Privatisierung

[Alle Kommentare ausblenden] (40) o General Public License (GPL)

[Alle Kommentare ausblenden] (41) o Andere Lizenzmodelle

[Alle Kommentare ausblenden] (42) o Qualität entsteht durch Abwesenheit von Entfremdung

[Alle Kommentare ausblenden] (43) Nur dann kann sich Kreativität voll entfalten

[Alle Kommentare ausblenden] (44) o Lohnarbeit widerspricht Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (45) Ist entfremdet, da sie auf einen dritten Zweck (Geldverdienen) gerichtet ist

[Alle Kommentare ausblenden] (46) Freie Software kann nur geldfrei entstehen

[Alle Kommentare ausblenden] (47) Letztlich schützt dies fundamental vor einer durchgreifenden Kommerzialisierung

[Alle Kommentare ausblenden] (48) Andernfalls wird Freie Software zerstört

Perspektiven Freier Software

[Alle Kommentare ausblenden] (49) o Freie Software wird immer wichtiger

[Alle Kommentare ausblenden] (50) o GNU/Linux auch auf dem Desktop

[Alle Kommentare ausblenden] (51) Auf Servern ist GNU/Linux schon weit verbreitet

[Alle Kommentare ausblenden] (52) o GNU/Linux auf Embedded Systems

[Alle Kommentare ausblenden] (53) o Stürmische Entwicklung

[Alle Kommentare ausblenden] (54) o Immer mehr begeistern sich für die Idee

[Alle Kommentare ausblenden] (55) o Die Prinzipien Freier Software auch in anderen Bereichen

[Alle Kommentare ausblenden] (56) Linux World Domination ;-)

Das Besondere an Freier Software

[Alle Kommentare ausblenden] (57) Hier beginnt das für das Projekt Oekonux spezifische

Freie Software ist kein einfaches Hobby

[Alle Kommentare ausblenden] (58) o Hat hohen gesellschaftlichen Nutzen

[Alle Kommentare ausblenden] (59) o Direkte Konkurrenz zu Waren

[Alle Kommentare ausblenden] (60) Nachdem bereits ein Warenmarkt etabliert war

[Alle Kommentare ausblenden] (61) Mit erheblichem Erfolg

[Alle Kommentare ausblenden] (62) o Hochmodernes Produkt

[Alle Kommentare ausblenden] (63) Mit hochmodernen Produktionsmitteln

[Alle Kommentare ausblenden] (64) o Entsteht international

[Alle Kommentare ausblenden] (65) Hobby, aber in neuer Qualität

[Alle Kommentare ausblenden] (66) Andere Hobbies vereinen diese Eigenschaften nicht auf sich

Freie Software ist keine Ware

[Alle Kommentare ausblenden] (67) o Tauschfrei

[Alle Kommentare ausblenden] (68) Es muß nichts eingetauscht werden

[Alle Kommentare ausblenden] (69) o Im Überfluß vorhanden

[Alle Kommentare ausblenden] (70) Es gibt keine Knappheit

[Alle Kommentare ausblenden] (71) o Offenliegende Quellen machen Geheimnisse unmöglich

[Alle Kommentare ausblenden] (72) o Kooperation statt Konkurrenz

[Alle Kommentare ausblenden] (73) Freie Software ist so wertlos wie die Luft zum Atmen

[Alle Kommentare ausblenden] (74) Nur Waren können einen (Tausch)wert haben

[Alle Kommentare ausblenden] (75) Der Gebrauchswert ist aber davon unabhängig

Freie Software = Selbstentfaltung + Internet

[Alle Kommentare ausblenden] (76) o Selbstentfaltung ist zentraler Motor für Produktion

[Alle Kommentare ausblenden] (77) o Digitale Kopie als Produktionsmittel ist

[Alle Kommentare ausblenden] (78) o Verlustfrei

[Alle Kommentare ausblenden] (79) o Durch Computer für alle verfügbar

[Alle Kommentare ausblenden] (80) o Über große Entfernungen hinweg möglich (Internet)

[Alle Kommentare ausblenden] (81) o Universell für alle (digitalen) Informationsprodukte

[Alle Kommentare ausblenden] (82) Inhalt der Informationsprodukte ist irrelevant für die Kopieroperation

[Alle Kommentare ausblenden] (83) Digitale Kopierbarkeit ist eine neue Qualität

Der Weg in die GPL-Gesellschaft

[Alle Kommentare ausblenden] (84) Möglichkeiten sind angedeutet

[Alle Kommentare ausblenden] (85) GPL-Gesellschaft bezeichnet eine Gesellschaftsformation, die auf den Prinzipien der Entwicklung Freier Software beruht

Die Utopie

[Alle Kommentare ausblenden] (86) Bisher nur in groben Umrissen vorstellbar

[Alle Kommentare ausblenden] (87) o Produktionsmittel ermöglichen Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (88) Vermutlich sind dazu auch andere Arbeitsmittel / Maschinen günstig

[Alle Kommentare ausblenden] (89) o Nützliche Tätigkeiten sind Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (90) o Informationen und Güter stehen Frei zur Verfügung

[Alle Kommentare ausblenden] (91) o Überwindung der Arbeitsgesellschaft

[Alle Kommentare ausblenden] (92) o Keine Arbeit, keine Waren

[Alle Kommentare ausblenden] (93) o Kein Tausch, kein Geld

[Alle Kommentare ausblenden] (94) o Keine Entfremdung

[Alle Kommentare ausblenden] (95) o Wichtigste Produktivkraft ist die menschliche Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (96) Freiheit des Einzelnen wird zur Bedingung der Freiheit aller

[Alle Kommentare ausblenden] (97) Dies gilt auch umgekehrt

Freie Informationsgüter

[Alle Kommentare ausblenden] (98) Welche Hinweise gibt es heute schon?

[Alle Kommentare ausblenden] (99) o Bekannte

[Alle Kommentare ausblenden] (100) o Wissenschaft?

[Alle Kommentare ausblenden] (101) Hier gibt es aktuell sehr unterschiedliche und widersprüchliche Entwicklungen

[Alle Kommentare ausblenden] (102) o Freie Kochrezepte

[Alle Kommentare ausblenden] (103) o Neue

[Alle Kommentare ausblenden] (104) Im Internet hat sich schon einiges gebildet

[Alle Kommentare ausblenden] (105) o Freie Literatur

[Alle Kommentare ausblenden] (106) o Freie Enzyklopädien

[Alle Kommentare ausblenden] (107) o Freie Musik

[Alle Kommentare ausblenden] (108) Hier ist nicht Napster und Konsorten gemeint

[Alle Kommentare ausblenden] (109) Die Idee Freier Informationsgüter bekommt Zulauf

Freie materielle Güter

[Alle Kommentare ausblenden] (110) o Konkrete Projekte

[Alle Kommentare ausblenden] (111) Bisher geht es in erster Linie um Bau- und Konstruktionspläne

[Alle Kommentare ausblenden] (112) o Freie Elektronik- und Hardware-Projekte

[Alle Kommentare ausblenden] (113) o Freie CPU

[Alle Kommentare ausblenden] (114) o Freies Auto-Projekt

[Alle Kommentare ausblenden] (115) o Information ist bereits im Kapitalismus wichtige Voraussetzung materieller Produktion

[Alle Kommentare ausblenden] (116) o Materielle Produktion wird zum Anhängsel der Informationsproduktion

[Alle Kommentare ausblenden] (117) Analog dazu, daß die Agrarproduktion heute Anhängsel der Industrieproduktion ist

[Alle Kommentare ausblenden] (118) Informationsgesellschaft schafft fundamental neue Situation

[Alle Kommentare ausblenden] (119) GPL-Gesellschaft bringt Informationsgesellschaft auf den Begriff

Perspektiven

Das Utopische Klo

[Alle Kommentare ausblenden] (121) o Von Annette Schlemm und anderen

[Alle Kommentare ausblenden] (122) o Skizziert die Befriedigung eines menschlichen Bedürfnisses ;-)

[Alle Kommentare ausblenden] (123) Es folgt ein Auszug

[Alle Kommentare ausblenden] (124) Ach ja, die Technik. Ich, das Utopische Klo, muß ja auch meine Funktion erfüllen. Die Zeiten der Löcher mit Brett sind wohl in fast allen Wohngruppen vorbei. Ich weiß noch, wie ich noch als Vielfalt von Ideen in den Köpfen meiner heutigen BenutzerInnen schwebte - die meisten Ideen kamen aus einer Datei aus dem Internet, in der eine Schülerin aus dem 21. Jahrhundert in einer Projektarbeit so ziemlich alle in der Geschichte verwendeten Toilettenarten zusammen gestellt hatte. Meine Leute machten sich die meiste Arbeit damit, darüber nachzudenken, wie sie Arbeit einsparen könnten. Dadurch bin ich nicht vergleichbar mit den Klos vor der Großen Gesellschaftlichen Wende. Aber da die Leute ja die technischen Ideen davon kannten, konnten sie viel davon in mich integrieren, ohne übertriebenen Blödsinn einbauen zu müssen.

[Alle Kommentare ausblenden] (125) Etwas länger dauerte die Diskussion darüber, was sie selber tun wollten und könnten, und wozu sie andere fragen müßten, ob sie es für sie tun würden. Dazu war eine kleine Recherche im Internet nötig, um zu schauen, wer kundtat, was er gerne für andere machen würde oder was jemand zum Verwenden übrig hätte. Es gibt da eine Web-Seite namens "Klotopia", von der aus alles über Klo-Bauen und -verwenden recherchiert werden kann. Da haben dann meine heutigen BenutzerInnen alle zusammen zuerst einmal um die Web-Seite von Klotopia rumgesessen, bei der sie verschiedene Parameter eines möglichen Klos einstellen konnten. Lange haben sie da gesessen bis aus dem Bedürfnis nach einem neuen Klo so etwas wie ein Vorentwurf wurde. Und was es da nicht alles zu entscheiden gab! Die Fragen nach der äußeren Gestaltung waren da noch eher einfach zu lösen.

[Alle Kommentare ausblenden] (126) Manche Bedürfnisse konnten überhaupt erst dann formuliert werden, als meine BenutzerInnen sahen, daß es eine technische Lösung gab. So waren sie noch gar nicht auf die Idee gekommen, daß meine Benutzung durch kleine Kinder mit Hilfe besonderer Vorrichtungen vereinfacht werden könnte. Na ja, und weil sie eben kleine Kinder als mögliche DauernutzerInnen für mich vorsehen wollten - einige meiner BenutzerInnen planten bereits Nachwuchs ;-) -, haben sie dann eine Reihe von Vorrichtungen in mich integriert, die ihrer Nachkommenschaft das Leben erleichtern.

[Alle Kommentare ausblenden] (127) Die Klotopia-Site unterstützte sie bei diesen Entwurfsüberlegungen dadurch, daß ständig Bilder von Modellen des gerade eingestellten Entwurfs verfügbar waren. Das half ihnen sehr, sich die Auswirkung der einen oder anderen Entscheidung vorzustellen. Diese Modelle hätten sie sogar noch bildlich in ihr konkretes Bad hineinmodellieren lassen können, aber das hielten sie nicht für notwendig.

[Alle Kommentare ausblenden] (128) Vor der Großen Gesellschaftlichen Wende soll so etwas ganz anders abgelaufen sein. Da gab es überhaupt keinen solchen Planungsprozeß, sondern die Menschen, die ein Bedürfnis hatten, konnten lediglich in einen sognannten Sanitärmarkt gehen - im wesentlichen eine große, unfreundliche Halle. Dort wurden verschiedene, vorkonfigurierte Klos angeboten. Und für diesen bestenfalls halbwegs brauchbaren Mist haben die Leute damals sogar ihr über alles geliebtes Geld hergegeben...

[Alle Kommentare ausblenden] (129) Nun ist meinen BenutzerInnen aber nicht jede Entscheidung für die Erfüllung eines bestimmten Bedürfnisses leicht gefallen. Penibel hat ihnen die Klotopia-Site nämlich für jeden ihrer Entwürfe ausgerechnet, wie groß der Energie- und Rohstoffbedarf für die Realisierung dieses oder jenes Wunsches wäre - sowohl was meine Produktion als auch was meinen Unterhalt betrifft. Eine ganz heftige Diskussion gab es darum, wie wichtig eine Oberfläche ist, die von sich aus schmutzabweisend ist, so daß es in Verbindung mit einer Wasserspülung einer Reinigung nur noch einmal jährlich bedarf. Leider ist so eine Oberfläche auch heute noch nur mit hohem Energieaufwand herzustellen, den einige meiner BenutzerInnen nicht aufwenden lassen wollten. Und auch der Hinweis darauf, daß doch mal ein paar Menschen ein wenig Hirnschmalz in eine Lösung dieses Produktionsproblems stecken sollten, half in der konkreten Situation nicht weiter. Zum Schluß konnten sich die Befürworterinnen der schmutzabweisenden Oberfläche - nur Frauen seltsamerweise - dann doch durchsetzen. Dafür haben sie dann eine etwas weniger aufwendige äußere Gestaltung hingenommen. Na ja, und so habe ich heute zwar eine schmutzabweisende Oberfläche und Wasserspülung aber dafür bin ich außen einfach nur weiß und nicht blau-metallic. Aber jedeR meiner BenutzerInnen weiß ganz genau, warum das so ist.

[Alle Kommentare ausblenden] (130) Auch früher muß es solche Diskussionen gegeben haben. Diese drehten sich dann allerdings nur um irgendwelche abstrakten Zahlen - wohl wieder dieses ominöse Geld - und nicht um konkreten Umwelt- oder Energieverbrauch. Klar, daß es bei den Leuten, die viel von diesem seltsamen Geld hatten, da nur wenig Diskussionen gab, während gerade in den Wohngruppen mit eher geringen Geldsummen solche Diskussionen zum permanenten Streit führten. Das muß ganz furchtbar gewesen sein. Manchmal frage ich mich, wie es die Menschen unter solchen Bedingungen überhaupt miteinander ausgehalten haben.

[Alle Kommentare ausblenden] (131) Endlich waren dann alle Wünsche formuliert, alle Trade-Offs zwischen Umweltverbrauch und Bedürfnisbefriedigung ausdiskutiert und alle Entscheidungen getroffen. Zum Schluß waren auch alle meine BenutzerInnen mit der gefundenen, hochindividuellen und daher exakt passenenden Entscheidung einverstanden, da sie sich alle darin wiederfinden konnten. Vielleicht ist das ja auch der Grund dafür, daß alle meine BenutzerInnen besonders sorgsam mit mir umgehen?

[Alle Kommentare ausblenden] (132) Jedenfalls ging es nach der Entwurfsphase jetzt zum nächsten Schritt meiner Entstehung. Der Entwurf, den meine BenutzerInnen mit Hilfe der Klotopia-Site erstellt hatten, wurde an die Leute hinter der Klotopia-Site geschickt. Es gab ein paar Feinheiten beim Klo-Entwurf, die die Software noch nicht selbst abdecken konnte, so daß die Entwürfe nochmal von einem Menschen auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden mußten. Zwar entwickelten die BetreuerInnen der Web-Site permanent die Software weiter, aber durch die ständige Kommunikation mit den potentiellen Klo-BenutzerInnen kamen ständig auch neue Bedürfnisse und mögliche Realisierungen hinzu, so daß die Herausforderung eine möglichst benutzerfreundliche Klo-Entwurfs-Site zu entwickeln ständig bestehen blieb.

[Alle Kommentare ausblenden] (133) Kein Vergleich übrigens mit dem, wie früher solche Entwürfe abliefen. Da gab es angeblich irgendwo ein paar einsame Ingenieure oder gar Firmenchefs, die genauso einsame Entwurfsentscheidungen fällten. Sicher hatte der eine oder andere von denen was drauf - aber sie hatten einfach schlechte Voraussetzungen: Sie hatten ja nicht das kumulierte Wissen der NutzerInnen ihrer Entwürfe zur Verfügung! Vor der Großen Gesellschaftlichen Wende mußten erst umständlich diese schlecht entworfenen, kaum brauchbaren Produkte den potentiellen NutzerInnen angeboten werden. Erst nachdem das eine oder andere dieser fixierten, aber dennoch in Massen hergestellten Entwürfe von ihnen angenommen worden war - oder eben nicht -, stellte sich heraus, ob es denn wenigstens einigermaßen nützlich war. Welche Verschwendung von Energie und Ressourcen für Dinge, die vielleicht sowieso keiner haben will!

[Alle Kommentare ausblenden] (134) Bei meinen BenutzerInnen trudelten dann auch noch per eMail ein paar Nachfragen der Klotopia-Leute ein und es mußten ein paar Kleinigkeiten nochmal diskutiert werden. Aber außer einigen lustigen Stilblüten, die wohl auf das Konto der schlechten Deutschkenntnisse der Mitglieder der Klotopia-Leute gingen, war das eigentlich recht unproblematisch. Und dann war der Entwurf fertig für die Materialisation.

[Alle Kommentare ausblenden] (135) Na, und meine eigentliche Materialisation war dann eigentlich schnell erledigt. Mein Entwurf lag ja ohnehin schon in computerisierter Form vor, so daß es mit der entsprechenden Software nicht weiter schwierig war, diesen Entwurf in Anweisungen an einen Maschinenpark umzusetzen, der letztlich meine Materialisation zuwege brachte. Und das waren wirklich tolle Maschinen! Die konnten nicht nur Klos herstellen, nein. An einer Stelle wurde z.B. in einer Nachbarmaschine gerade die Grundlage für einen Stuhl materialisiert. So etwas Verrücktes wie diese Sitzgelegenheit habe ich danach übrigens nie wieder gesehen.

[Alle Kommentare ausblenden] (136) Große Teile meiner materiellen Entstehung bestanden darin, daß die heute weit verbreiteten Materialisatoren aus den Daten meines Entwurfs Werkstücke materialisierten, die dann später mit Hilfe technischer Verfahren in andere, für den konkreten Verwendungszweck besser geeignete Materialien überführt wurden. So wurden einige Teile, die zunächst als Modell in einem speziellen Kunststoff gefertigt worden waren, später in Metall gegossen. Natürlich konnte das Material der Modelle wiederverwendet werden, so daß nur die später tatsächlich nötigen Teile auch tatsächlich aus neuen Ressourcen hergestellt werden mußten.

[Alle Kommentare ausblenden] (137) Früher muß es dagegen viel stärker spezialisierte Maschinen gegeben haben, die nur ganz bestimmte Dinge herstellen konnten. Na ja, die technische Entwicklung ist halt ziemlich schnell weitergegangen und es ist einfach praktischer, wenige universelle Materialisatoren zu haben als viele hochspezialisierte Produktionsmaschinen. Begünstigt wurde diese Entwicklung damals durch die vielen Freien Projekte, die vor der Großen Gesellschaftlichen Wende aus dem Boden geschossen waren. Da viele dieser Projekte vor allem an Entwürfen über bestimmte Produkte arbeiteten, wuchs der Bedarf nach solchen Materialisatoren immer stärker. Als dann immer mehr Freie Projekte dazu übergingen, sich einen solchen Materialisator anzuschaffen, kamen auch sukzessive immer mehr Freie Produkte auf.

[Alle Kommentare ausblenden] (138) Als ich dann fertig materialisiert war, kam ich in einen dunklen Kasten und nach einigem Gerumpel - war das Steuerprogramm des Schienentransporters etwa von einem Virus befallen? - habe ich dann das erste Mal meine BenutzerInnen zu Gesicht bekommen. Gekannt habe ich sie ja schon ziemlich gut, da immerhin die Befriedigung einiger ihrer elementarsten Bedürfnisse in mir vergegenständlicht war. Hei, war das eine Freude, als ich endlich vor ihnen stand! Und meine Montage war gar nicht weiter schwer, da die Installationanschlüsse so weit genormt und vereinfacht waren, daß jeder Mensch mich mit ein paar Handgriffen montieren konnte.

Handlungsmöglichkeiten

[Alle Kommentare ausblenden] (139) Hier haben wir uns noch nicht so viele Gedanken gemacht

[Alle Kommentare ausblenden] (140) o Freie Software unterstützen

[Alle Kommentare ausblenden] (141) o Selbst benutzen und anderen empfehlen

[Alle Kommentare ausblenden] (142) o Fehler an EntwicklerInnen weiterleiten

[Alle Kommentare ausblenden] (143) o Selbst Freie Software schreiben

[Alle Kommentare ausblenden] (144) o Gemeinsam weiter denken

[Alle Kommentare ausblenden] (145) o Sich von den Denkkategorien der Arbeitsgesellschaft befreien

[Alle Kommentare ausblenden] (146) o Projekt Oekonux (http://www.oekonux.de)

[Alle Kommentare ausblenden] (147) o Eigene Produkte Frei zur Verfügung stellen

[Alle Kommentare ausblenden] (148) o Abgabe zum Selbstkostenpreis wäre okay

[Alle Kommentare ausblenden] (149) o Eigene Freie Projekte gründen




Quelle: http://www.opentheory.org/oxkladde/text.phtml
(Last Software Update: 14.04.2002, 12:06)