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Beziehung statt Erziehung
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Maintainer: Claudia van Beilen, Version 1, 08.02.2002  Druckversion
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Status: Aktiv

Das menschliche Potential

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Es ist an der Zeit, dass sich der Mensch von heute Gedanken macht, wie er das Menschsein besser ausschöpfen kann zu seinem eigenen Glück und zum Wohlergehen des Planeten. Leider bleibt das menschliche Potential so lange ungenutzt, bis wir erkennen, auf welcher Grundlage es sich entfaltet.

Neuorientierung

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Eine Neuorientierung in der Beziehung zwischen jüngeren und älteren Menschen ist not-wendig. Dem Kind zu vertrauen, heisst der Natur, dem Wesen des Menschen zu vertrauen und einer kraftvollen Entwicklung nicht den Weg zu versperren. ALte pädagogische Vorstellungen haben sich generationenweise hartnäckig weitergepflanzt. Das neue Paradigma verabschiedet sich von der Idee,dass der Mensch erziehungsbedürftig sei und nur unter Antleitung von Erwachsenen den Weg im Leben finde.

Altes Paradigma

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Das alte Paradigma lautet, dass der Mensch im Grunde gefährlich ist. Deshalb müsse er von Personen höherer Autorität belehrt, geführt und kontrolliert werden. Dieser pädagogische Ansatz geht davon aus, dass es Hierarchien geben muss zwischen Erwachsenen und Kindern. Alte Dogmen lauten: - Das Kind ist von Natur aus unfähig und muss deshalb geführt werden. - Das Kind muss erst zum sozialen Menschen erzogen werden dank dem Erwachsenen. - Der Erwachsene soll auf das Kind korrigierend und helfend einwirken und somit das Benehmen des Kindes formen.

Erziehung bleibt Erziehung

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Ein Erziehungsstil, sei er noch so demokratisch oder partnerschaftlich ist und bleibt ein Stil, eine aufs Kind angewandte Methode. Beziehung hat keine Methodik, muss nicht vorbildlich sein. Sie ergibt sich aus dem Moment, aus der Begegnung zweier ebenbürdiger Menschen.

Das neue Paradigma

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Das neue Paradigma schützt und anerkennt die Rechte der Kinder auf Selbstbestimmung und Vollwertigkeit.Niemand darf aufgrund seines ALters diskriminiert und einer Erziehungsgewalt unterstellt werden.Sie postuliert den Abbau der Hierarchien zwischen älteren und jüngeren Menschen. Jeder hat ein Recht auf Leben und Selbstentfaltung. Leben und leben lassen. Das Wort "Erziehung" wird nicht mehr gebraucht. Die ganze Angelegenheit hat sich als Irrtum erwiesen. Allein die zwanglose Beziehung und die Kooperation machen das Zusammenleben aus.

Keine Besserwisserei

[Alle Kommentare ausblenden] (6) Anstelle von Bewormundung und Besserwisserei tritt Achtung und Respekt. Der junge Mensch wird als kompetent und voll zurechnungsfähig erkannt und anerkannt. Die Selbstverantwortung und Selbstbestimmungsfähigkeit des Menschen wird von Anfang respektiert. Der Erwachsene hat demzufolge nicht die Aufgabe, einzuwirken in die Entwicklung des Kindes, sondern diese zu unterstützen. Er pflanzt nicht einen Samen in das Kind, sondern lässt diesen Samen im Kind aufgehen.

Der Ursprung des Bösen

[Alle Kommentare ausblenden] (7) Ich plädiere für eine veränderte Auffassung vom Kind, weil wir dadurch zu einer Genesung vieler unerklärlicher Uebel in der Gesellschaft kommen. Die Frage nach der Ursache des Bösen bzw. der Gewalt liegt in der Kindheit verborgen. Der Ursprung der Gewalt ist dort zu suchen, wo die Rechte und persönlichen Grenzen junger Menschen verletzt werden. Dem Kind wird kaum Eigenleben zugestanden. Es darf keine Privatsphäre haben. Ueberall wird eingedrungen im Namen der Erziehung.

Diktatur statt Demokratie

[Alle Kommentare ausblenden] (8) Obwohl wir in einer "Demokratie" leben, erfahren die meisten Kinder im Elternhaus und in der Schule Fremdbestimmung. Erwachsene verfügen über Kinder und definieren ihr Glück. Grenzüberschreitungen sind auf der Tagesordnung. Diese Einmischung des Erwachsenen in den Entwicklungsprozess des heranwachsenden Menschen hat verheerende Folgen. Der Machtmissbrauch bzw. der Machtgebrauch in der Beziehung zum Kind ist die Grundlage für alle spätere Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung. Werden die unterdrückenden und die menschliche Natur verkennenden Hierarchien abgebaut zugunsten einer echten Demokratisierung bzw. Gleichstellung zwischen jüngeren und älteren Menschen, ergibt sich ein konstruktives und erfüllendes Miteinander.




Quelle: http://www.opentheory.org/paradigmawechsel/text.phtml
(Last Software Update: 08.02.2002, 18:20)