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Altes im Neuen - Über Gorz hinaus
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Maintainer: Stefan Merten, Version 1, 06.04.2005  Druckversion
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Altes im Neuen? -- Gorz und darüber hinaus

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Stefan Merten <smerten@oekonux.de>

[Alle Kommentare ausblenden] (3) In der Analyse des ausgehenden Kapitalismus, der schon einige Hinweise auf eine künftige Informationsgesellschaft gibt, richtet Gorz seinen Blick vor allem auf die vorgefundene Gesamtform. Ich würde gerne versuchen, die kapitalistische Formbestimmung von der Formbestimmung durch die Sache zu trennen, um so besser verstehen zu können, welche heute vorfindlichen Aspekte gesellschaftlicher Phänomene in einer Informationsgesellschaft nicht abgeschafft, sondern aufgehoben sein dürften.

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Alle Zitate sind dem Buch "Wissen, Wert und Kapital - Zur Kritik der Wissensökonomie" von André Gorz entnommen (Rotpunktverlag, Zürich 2004).

1. Thesen

1.1. Altes im Neuen

[Alle Kommentare ausblenden] (7) * Anstehender Epochenbruch wirft seine Schatten voraus

[Alle Kommentare ausblenden] (8) * Keimförmige Entwicklungen an vielen Stellen

[Alle Kommentare ausblenden] (9) - Auch und gerade im Zentrum des Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (10) - I.d.R. nicht die alten Wunschträume der Linken (Landkommune, etc.)

[Alle Kommentare ausblenden] (11) * Überbauform Kapitalismus muss bei der Analyse abgezogen werden

[Alle Kommentare ausblenden] (12) - Bei der Freien Software

[Alle Kommentare ausblenden] (13) - Aber auch z.B. beim Selbstunternehmer

[Alle Kommentare ausblenden] (14) Bei Gorz geschieht das geradezu paradigmatisch nicht

2. Welches Wissen?

2.1. Kein Fachwissen mehr nötig?

[Alle Kommentare ausblenden] (17) Das Wissen jedoch, von dem hier die Rede ist, besteht nicht aus dem in Fachschulen erlernbaren, formellen Fachwissen. Ganz im Gegenteil: Die Informatisierung hat die nicht substituierbaren, nicht formalisierbaren Wissensformen aufgewertet. (S.9)

[Alle Kommentare ausblenden] (18) * Produkte enthalten immer mehr (Fach)Wissen

[Alle Kommentare ausblenden] (19) - Computer, Auto, Haarshampoo, Nahrungsmittel, etc.

[Alle Kommentare ausblenden] (20) - Dieses Wissen ist vom Typus des in Fachschulen erlernbaren, formellen Fachwissens

[Alle Kommentare ausblenden] (21) - Dieses Wissen verliert also nicht an Bedeutung - ganz im Gegenteil

[Alle Kommentare ausblenden] (22) - Stichwort: Verwissenschaftlichung

[Alle Kommentare ausblenden] (23) - Auch und gerade heute ist fachliche Qualifikation gefragt

[Alle Kommentare ausblenden] (24) {Eigentlich weiß Gorz das auch:} Je mehr die Arbeit an die Begabungen des Mitarbeiters appelliert, an seine Fähigkeit sich selbst zu produzieren an das, was "seinen Wert in seinen Augen" ausmacht, desto mehr neigen diese Fähigkeiten dazu die auf eine bestimmte Aufgabe beschränkte Verwirklichung zu überschreiten. [...] Er [der Mitarbeiter] wird sein Können in außer- oder nebenberuflicher Aktivitäten entfalten wollten, die sich als Selbstzweck gelten. So schreiben Journalisten Bücher, Werbergraphiker erzeugen Kunstwerke und Informatiker üben ihre Virtuosität als Hacker und Entwickler von Freier Software aus. Und so weiter. Es gilt ihnen ihre Ehre zu retten und "ihre Seele" nicht zu verkaufen. (S.24)

[Alle Kommentare ausblenden] (25) * (Fach)Wissen vergegenständlicht sich in Artefakten

[Alle Kommentare ausblenden] (26) - Alias: Technik

[Alle Kommentare ausblenden] (27) - Handwerker wurden auch konkret zur Vergegenständlichung ihres Wissens benötigt, wenn sie die Dinge konkret schufen

[Alle Kommentare ausblenden] (28) * Historische Tendenz: Vom Menschen ablösbares Wissen

[Alle Kommentare ausblenden] (29) - Alias: Information

[Alle Kommentare ausblenden] (30) - Früher: Vergegenständlichung des Handwerkerwissens in Maschinen

[Alle Kommentare ausblenden] (31) - Heute: Vergegenständlichung des Ingenieurwissens in Software

[Alle Kommentare ausblenden] (32) Vergegenständlichung von Wissen führt immer zu Neubwertungen

[Alle Kommentare ausblenden] (33) - Zu allen Zeiten das gerade noch nicht substituierbare, nicht formalisierbare Wissen und andere menschliche Fähigkeiten aufgewertet

[Alle Kommentare ausblenden] (34) ** ArbeiterIn an der Maschine hat gerade den Teil des Fertigungsprozesses übernommen, der noch nicht automatisiert werden konnte

[Alle Kommentare ausblenden] (35) - Jeder Technikschub hat die Fähigkeiten gesellschaftlich entwertet, die danach vergegenständlicht werden konnten

[Alle Kommentare ausblenden] (36) ** Heute ist das Kopfrechnen nicht mehr besonders angesehen

[Alle Kommentare ausblenden] (37) ** Individuelle Bewertung ist davon nicht direkt betroffen (privater Gartenbau trotz industrialisierter Landwirtschaft)

2.2. Nicht substituierbar?

[Alle Kommentare ausblenden] (39) Gefragt sind Erfahrungswissen, Urteilsvermögen, Koordinierungs-, Selbstorganisierungs- und Verständigungsfähigkeit, also Formen lebendigen Wissens, die im Alltagsverkehr erworben werden können, die zur Alltagskultur gehören. (S.9)

[Alle Kommentare ausblenden] (40) * Urteilsvermögen?

[Alle Kommentare ausblenden] (41) - IF KontoGedeckt THEN ZahleGeldAus

[Alle Kommentare ausblenden] (42) - Komplexe Beurteilungen in Software möglich

[Alle Kommentare ausblenden] (43) * Koordinierungsfähigkeit?

[Alle Kommentare ausblenden] (44) - Mergen von Changes in CVS

[Alle Kommentare ausblenden] (45) * Selbstorganisierung?

[Alle Kommentare ausblenden] (46) - Selbstorganisierung findet bei jedem Booten statt

[Alle Kommentare ausblenden] (47) * Erfahrungswissen?

[Alle Kommentare ausblenden] (48) - Dessen Vergegenständlichung ist zentral für Software

[Alle Kommentare ausblenden] (49) ** Satzsystem TeX enthält Erfahrungswissen aus mehreren Jahrhunderten Textsatz

[Alle Kommentare ausblenden] (50) ** Gerade weil Erfahrungswissen in Software vergegenständlicht ist, ist Software so nützlich

[Alle Kommentare ausblenden] (51) Auch diese Wissensformen sind technisierbar

[Alle Kommentare ausblenden] (52) - Damit sind sie grundsätzlich substituierbar

[Alle Kommentare ausblenden] (53) {Gorz sieht das auch selbst:} Die eigentliche "revolutionäre" Neuigkeit liegt aber auch noch woanders: Nämlich darin, dass das formale Wissen, losgelöst von jeglichem Produkt, in das es eingegangen ist oder eingehen wird, in Form von Software von selbst produktiv werden kann. Es kann komplexe Interaktionen zwischen einer Vielzahl von Akteuren und Variablen organisieren und regeln. (S.41)

2.3. Alltagskultur?

[Alle Kommentare ausblenden] (55) Gefragt sind Erfahrungswissen, Urteilsvermögen, Koordinierungs-, Selbstorganisierungs- und Verständigungsfähigkeit, also Formen lebendigen Wissens, die im Alltagsverkehr erworben werden können, die zur Alltagskultur gehören. (S.9)

[Alle Kommentare ausblenden] (56) * Erfahrungen über die Steuerung einer großtechnischen Anlage?

[Alle Kommentare ausblenden] (57) * Koordinierung von vielen Personen?

[Alle Kommentare ausblenden] (58) - In der Familie?

[Alle Kommentare ausblenden] (59) - In den immer weniger werdenden Vereinen?

[Alle Kommentare ausblenden] (60) * Verständigungsfähigkeit?

[Alle Kommentare ausblenden] (61) - Immer weniger in unserer Kultur

[Alle Kommentare ausblenden] (62) Manches könnte, vieles kann nicht alltäglich erlernt werden

2.4. Lebendiges vs. formalisierbares Wissen

[Alle Kommentare ausblenden] (64) Im Unterschied zu lebendigem Wissen ist wissenschaftlich-technisches Wissen formalisierbar. Es lässt sich von seinen lebendigen Inhabern abtrennen und kann verteilt und von allen genutzt werden. (S.33)

[Alle Kommentare ausblenden] (65) * Grenze ist unscharf

[Alle Kommentare ausblenden] (66) - Verschiebt sich immer weiter zum formalisierbaren Wissen

[Alle Kommentare ausblenden] (67) ** Der Witz an Automatisierung ist ja gerade, dass wir die Details nicht zu kennen brauchen

[Alle Kommentare ausblenden] (68) ** Das ist der Kern von Empowerment auf technischer Basis

[Alle Kommentare ausblenden] (69) * Neue Qualität: Information ist direkt operationalisierbar

[Alle Kommentare ausblenden] (70) * Auch in der GPL-Gesellschaft:

[Alle Kommentare ausblenden] (71) - (Spezialisierte) Fähigkeit muss vorhanden sein

[Alle Kommentare ausblenden] (72) - Sie einsetzen zu können ist ein wichtiges Element von Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (73) {Über Daimler-Chrysler:} Es war wichtig zu zeigen, dass diese immaterielle Arbeit grundsätzlich nicht auf den wissenschaftlich technischen Kenntnissen derer, die sie leisten, beruht. Vielmehr wurzelt sie in der Fähigkeit sich mit anderen zu verständigen und zu kooperieren, eine Fähigkeit, die zur Alltagskultur gehört und nicht gelehrt werden kann. (S.19)

[Alle Kommentare ausblenden] (74) * Dann müsste Chrymler keine teuren IngenieurInnen mehr einstellen

[Alle Kommentare ausblenden] (75) - Billige Putzkräfte könnten deren Job übernehmen

[Alle Kommentare ausblenden] (76) Es genügt nicht, nett zueinander sein zu können

2.5. Technik und Wissenschaft minus Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (78) Es gibt eine intime Verwandschaft zwischen der instrumentell-kognitiven Abspaltung formalisierten wissenschaftlichen Wissens von lebendigem Erfahrungswissen einerseits, und der auf abstrakte Wertvermehrung ausgerichteteten Herrschaft des Kapitals andererseits. (S.88)

[Alle Kommentare ausblenden] (79) * Technik ist die Verwandlung lebendigen Erfahrungswissens in Artefakte

[Alle Kommentare ausblenden] (80) * Wissenschaft schafft neue Räume lebendigen Erfahrungswissens

[Alle Kommentare ausblenden] (81) - Also auch: Neuen Raum für Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (82) * Technik und Wissenschaft sind für Selbstentfaltung unabdingbar

[Alle Kommentare ausblenden] (83) Jede Gesellschaftsform macht sich Wissenschaft und Technik zu Nutze

2.6. Abstraktheit

[Alle Kommentare ausblenden] (85) Das Abstrakte hat das Konkrete ausgegrenzt und die Lebenswelt mit einem Gewebe algebraischer Gleichungen überzogen, die dank ihrer strukturierenden Effizienz wirklicher erscheinen als das Gewebe lebendiger gesellschaftlicher Beziehungen. (S.97)

[Alle Kommentare ausblenden] (86) * Menschheit hat immer in abstrakten Symbolen über die Welt gedacht

[Alle Kommentare ausblenden] (87) - Götter

[Alle Kommentare ausblenden] (88) * GPL-Gesellschaft verringert Abstraktionsgrad nicht

[Alle Kommentare ausblenden] (89) - Abstraktion ist notwendig, um die Technik derart hoch entwickeln zu können

[Alle Kommentare ausblenden] (90) - Nur derart hoch entwickelte Technik erlaubt den Grad an Bedürfnisbefriedigung, der heute unhintergehbar geworden ist

[Alle Kommentare ausblenden] (91) Wissenschaft und Körperhass (S.99)

[Alle Kommentare ausblenden] (92) * Die Alternative kann nicht antiwissenschaftlicher Körperfetischismus sein

3. Mensch minus Kapitalismus

3.1. Sinnlichkeit?

[Alle Kommentare ausblenden] (95) Die entsinnlichten, elektronisch schaltbaren mathematischen Denkprozesse haben der politischen Ökonomie die Mittel beschafft, mit rechnerischen Realabstraktionen die gesellschaftlichen Verhältnisse zu gestalten. Sie haben zu einer vom lebendigen Erfahrungswissen abgespaltenen, den Sinnen unzugänglichen Systemwelt geführt. In ihr erscheint der Mensch als ein überfordertes, antiquiertes, heimatloses Wesen (S.14)

[Alle Kommentare ausblenden] (96) * Entsinnlichung == Abstraktion

[Alle Kommentare ausblenden] (97) - Ohne Abstraktion kann es keine Begriffsbildung geben

[Alle Kommentare ausblenden] (98) - Zugestanden: Abstraktion enthält ein Entfremdungselement

[Alle Kommentare ausblenden] (99) - Dennoch: Abstraktion ist nicht an sich negativ

[Alle Kommentare ausblenden] (100) * Direkt sinnliche Erfahrungswelt ist nicht die einzige und war es nie

[Alle Kommentare ausblenden] (101) - Religion definiert sich wesentlich durch Unsinnlichkeit

[Alle Kommentare ausblenden] (102) - Individuelle Selbstentfaltung durch individuelle Erfahrungswelten

[Alle Kommentare ausblenden] (103) ** Erfahrungswelten bilden die Folie, auf der Selbstentfaltung überhaupt gedeihen kann

[Alle Kommentare ausblenden] (104) ** Viele Formen der Selbstentfaltung führen zu / kommen von vielen Erfahrungswelten

[Alle Kommentare ausblenden] (105) ** Diese Vielfalt ist für eine moderne Gesellschaft unabdingbar

[Alle Kommentare ausblenden] (106) * Lebendiges Erfahrungswissen auch für Computer-Programme

[Alle Kommentare ausblenden] (107) - Welche Computer-NutzerIn würde das leugnen...

[Alle Kommentare ausblenden] (108) - Erfahrungswelten verschieben sich historisch nun mal

[Alle Kommentare ausblenden] (109) ** Word bildet eine Erfahrungswelt

[Alle Kommentare ausblenden] (110) ** Auch Computer-Spiele bilden (sehr intensive) Erfahrungswelten

[Alle Kommentare ausblenden] (111) - Informatische Welt aus Computern und Technik ist manchen viel näher und werter als z.B. die Erfahrungswelt Natur

[Alle Kommentare ausblenden] (112) Heimatlosigkeit und Antiquiertheit gehören zum Epochenbruch

[Alle Kommentare ausblenden] (113) - Sind Folgen des gesellschaftlichen Übergangs

[Alle Kommentare ausblenden] (114) - Sind nicht bloss Folge einer innerkapitalistischen Fehlentwicklung

[Alle Kommentare ausblenden] (115) - GPL-Gesellschaft wird wieder Heimat bieten

[Alle Kommentare ausblenden] (116) ** Und diese wird anders sein als heute

[Alle Kommentare ausblenden] (117) ** Das war auch beim Übergang zum Kapitalismus so

3.2. Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (119) Die Produktion dieser Handlungen umfasst notwendigerweise einen Anteil von Selbstproduktion und Hingabe. Ganz offensichtlich ist dies bei personenbezogenen Dienstleistungen (Erziehung, Pflege und Beihilfe), aber auch bei künstlerischen Berufen sowie bei Mode, Design und Werbung. (S.36)

[Alle Kommentare ausblenden] (120) * Und eben auch bei Ingenieurberufen!!

[Alle Kommentare ausblenden] (121) * Entscheidende Basis:

[Alle Kommentare ausblenden] (122) - Freiwilligkeit

[Alle Kommentare ausblenden] (123) - Fähigkeit

[Alle Kommentare ausblenden] (124) Die Arbeitsteilung in spezialisierte und hierarchische Aufgaben ist potenziell aufgehoben und die Aneignung und Selbstverwaltung der Produktionsmittel durch die Produzenten wird möglich. (S.22)

[Alle Kommentare ausblenden] (125) * Spezialisierung kann nicht aufgehoben werden

[Alle Kommentare ausblenden] (126) - Nur Spezialisierung erlaubt diesen Grad von gesellschaftlicher Komplexität

[Alle Kommentare ausblenden] (127) - Diese gesellschaftliche Komplexität ist aber wesentlicher Garant für den heutigen Lebensstandard

[Alle Kommentare ausblenden] (128) * Hierarchie ohne Macht ist nur eine Spezialisierungsvariante

[Alle Kommentare ausblenden] (129) - Leitungsaufgaben behalten die organisatorische Komponente

[Alle Kommentare ausblenden] (130) - Hierarchie im Sinne von Befehlshierarchie verschwindet auf Grund der Freiwilligkeit

[Alle Kommentare ausblenden] (131) * Selbstverwaltung der Produktionsmittel ist sogar notwendig

[Alle Kommentare ausblenden] (132) - Als kreativer Mensch muss ich über die Produktionsmittel verfügen können, die für die Kreation eben notwendig sind

3.3. Kulturgesellschaft?

[Alle Kommentare ausblenden] (134) Eine Gesellschaft, die die volle Entfaltung jedes Einzelnen zum Ziel hat, bestimmt sich wesentlich als Kulturgesellschaft, das heißt als eine Gesellschaft, die sich die Kultur im Sinne von Bildung zur Aufgabe macht und als wichtigsten Wert verfolgt. Mit Bildung ist die Ausbildung unserer Ausdrucksfähigkeit und unserer sensorischen, emotionalen und körperlichen Fähigkeiten gemeint. (S.70)

[Alle Kommentare ausblenden] (135) * Bildung als Vorbedingung für Selbstentfaltung notwendig

[Alle Kommentare ausblenden] (136) * Aber was ist mit Wissenschaft und Technik?

[Alle Kommentare ausblenden] (137) - Immerhin haben Wissenschaft und Technik uns dahin gebracht

[Alle Kommentare ausblenden] (138) - Sie werden ihren Stellenwert wohl kaum verlieren

3.4. Widerstand?

[Alle Kommentare ausblenden] (140) Diese Tendenz zeigt sich am offensten in dem Kampf, den die Urheber der Freien Software und der freien Netzwerke im Innersten des Machtdispositivs des Kapitals führen. Mit ihnen widersteht zumindest ein Teil derjenigenm die das "Humankapital" auf seinem höchsten technischen Niveau verkörpern, der Privatisierung der Zugangswege zu diesem "Gemeingut der Menschheit", das Wissen in allen seinen Formen darstellt. (S.70)

[Alle Kommentare ausblenden] (141) * Das ist kein Widerstand!

[Alle Kommentare ausblenden] (142) - Freie Software definiert sich nur wenig aus einem "Gegen"

[Alle Kommentare ausblenden] (143) - Viel wichtiger ist das "Für"

[Alle Kommentare ausblenden] (144) Es handelt sich dabei um eine gesellschaftliche und kulturelle Dissidenz, die offen eine andere Vorstellung von Wirtschaft und Gesellschaft fordert. (S.70)

[Alle Kommentare ausblenden] (145) * Da wird nichts gefordert, sondern gemacht!

[Alle Kommentare ausblenden] (146) * Nachdenken darüber: Eigentlich nur bei Oekonux

[Alle Kommentare ausblenden] (147) Handeln statt widerstehen

3.5. Selbstunternehmer minus Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (149) {Handy und Bridges:} Jede erwerbstätige Person soll sich selbst verantwortlich fühlen für ihre Gesundheit, ihre Mobilität, ihre Anpassungsfähigkeit an variable Arbeitszeiten sowie für die Aufarbeitung ihrer Kenntnisse. Sie soll ihr ganzes Leben als ihr Humankapital verwalten, ständig mit Fortbildungskursen in es investieren und verstehen, dass die Verkäuflichkeit ihrer Arbeitskraft von der kostenlosen, freiwilligen und unsichtbaren Arbeit abhängt, durch die sie sich ständig von neuem produziert. (S.25)

[Alle Kommentare ausblenden] (150) * Verantwortung für das eigene Leben muss beim Individuum liegen

[Alle Kommentare ausblenden] (151) - Selbstverantwortung bildet die Basis für Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (152) * Mobilität kann auch sachlich begründet sein

[Alle Kommentare ausblenden] (153) - Die gewählte Form der Selbstentfaltung kann Mobilität erfordern

[Alle Kommentare ausblenden] (154) * Flexibilität kann sachlich begründet sein

[Alle Kommentare ausblenden] (155) - Arbeitszeiten können auch von anderen abhängen

[Alle Kommentare ausblenden] (156) * Fortbildung ist eine Förderung von Selbstentfaltung

[Alle Kommentare ausblenden] (157) GPL-Gesellschaft: Kein Verwertungszwang, sonst gleich

4. Marken minus Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (159) (Das Renommee) musste mittels hoher Marketinginvestitionen und in häufigen Werbekampagnen aufgebaut werden. Diese haben das Markenimage geschaffen und den Produkten die kennzeichnende Identität und die vorgebliche Qualität verliehen, für die die Firma das Monopol beansprucht. (S.51)

[Alle Kommentare ausblenden] (160) * Renommee gibt es auch bei Freien Produkten

[Alle Kommentare ausblenden] (161) - Dort ohne Werbekampagnen

[Alle Kommentare ausblenden] (162) - Ausschließlich durch stoffliche Qualität

5. Public Relations minus Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (164) {Barnays:} Zunächst in Artikeln, dann in Büchern erklärte er, das zwar die Bedürfnisse der Leute von Natur aus begrenzt seien, ihre Wünsche jedoch ihrem Wesen nach unbegrenzt. (S.54)

[Alle Kommentare ausblenden] (165) * Public Relations / Werbung gibt es in der GPL-Gesellschaft nicht mehr

[Alle Kommentare ausblenden] (166) * Statt dessen: Produktinformation

[Alle Kommentare ausblenden] (167) - Ausrichtung auf Bedürfnisbefriedigung

[Alle Kommentare ausblenden] (168) - Nicht auf Entfremdung von Wünschen zum Zweck der Verkäuflichkeit

[Alle Kommentare ausblenden] (169) - Wünsche bekommen wieder ihren eigenen, unentfremdeten Platz in der GPL-Gesellschaft

6. Wissen und Verwertung

[Alle Kommentare ausblenden] (171) Wissen, welcher Art es auch sein mag, kann im Unterschied zur allgemeinen gesellschaftlichen Arbeit nicht in einfache, abstrakte Einheiten übersetzt werden und nach solchen bemessen werden. (S.31)

[Alle Kommentare ausblenden] (172) * Nur, wenn das Wissen vom Menschen (noch) nicht abgelöst, formalisiert werden kann

[Alle Kommentare ausblenden] (173) - Wenn es noch nicht zur Information gemacht werden kann

[Alle Kommentare ausblenden] (174) - Die Anwendung von noch nicht substituierbarem Handlungswissen wird ja gerade bezahlt

[Alle Kommentare ausblenden] (175) - Ist also offenbar gerade doch auf Geld reduzierbar

[Alle Kommentare ausblenden] (176) * Nur nicht formalisierbares Wissen erfordert den Menschen als Träger und als Handelnden

[Alle Kommentare ausblenden] (177) - Bei der HandwerkerIn

[Alle Kommentare ausblenden] (178) - Bei der ProgrammiererIn

7. Agenten der Veränderung - zur modernen Klassenfrage

[Alle Kommentare ausblenden] (180) Nach einer Umfrage des Wall Street Journals "mussten mehr als 35 Prozent der jüngsten Hochschulabsolventen eine Arbeit annehmen, die keinen Hochschulabschluss verlangte" (S.72)

[Alle Kommentare ausblenden] (181) * Ähnlich wie die Gesellen zu Beginn des Kapitalismus: Der für sie in der jeweiligen Gesellschaft klassische Weg ist blockiert

[Alle Kommentare ausblenden] (182) - Daher kommt die Revolution!

[Alle Kommentare ausblenden] (183) - Das sind nicht Mitglieder einer Gorz'schen Kulturgesellschaft

[Alle Kommentare ausblenden] (184) ** Vielmehr auch viele TechnikerInnen

[Alle Kommentare ausblenden] (185) Eine weltweite Transformation erscheint nur dann möglich, wenn sie ein bestimmter Koalitionstyp voranträgt. (S.78)

[Alle Kommentare ausblenden] (186) * Koalitionen entstehen - wenn überhaupt - nur punktuell

[Alle Kommentare ausblenden] (187) - Z.B. Freie Software in Südamerika

[Alle Kommentare ausblenden] (188) Revolutionen werden gemacht, wenn sie je gemacht werden, von einem Bündnis der am schärfsten Unterdrückten mit denen, die sich ihrer eigenen Entfremdung und der Entfremdung der anderen am meisten bewusst sind. (S.78)

[Alle Kommentare ausblenden] (189) * Das ist Unfug

[Alle Kommentare ausblenden] (190) - Die am schärfsten Unterdrückten haben noch nie eine Revolution gemacht - bestenfalls Revolten

[Alle Kommentare ausblenden] (191) - Entscheidend ist die obere Mittelschicht, deren intrinsische Entwicklungschancen abgeschnitten sind

[Alle Kommentare ausblenden] (192) Existenzgeld (S.79ff.)

[Alle Kommentare ausblenden] (193) * Gibt viele Gründe gegen Existenzgeld als politische Forderung zu sein

[Alle Kommentare ausblenden] (194) * Alternative zum Existenzgeld wäre die Freie Verfügbarkeit aller Lebensmittel für alle (Umsonstläden flächendeckend)

[Alle Kommentare ausblenden] (195) - Erst in der kassenlosen Gesellschaft wird Geld wirklich weg gedrückt

8. Zusammenfassung

8.1. Altes im Neuen

[Alle Kommentare ausblenden] (198) * Anstehender Epochenbruch wirft seine Schatten voraus

[Alle Kommentare ausblenden] (199) * Keimförmige Entwicklungen an vielen Stellen

[Alle Kommentare ausblenden] (200) - Auch und gerade im Zentrum des Kapitalismus

[Alle Kommentare ausblenden] (201) - I.d.R. nicht die alten Wunschträume der Linken (Landkommune, etc.)

[Alle Kommentare ausblenden] (202) * Überbauform Kapitalismus muss bei der Analyse abgezogen werden

[Alle Kommentare ausblenden] (203) - Bei der Freien Software

[Alle Kommentare ausblenden] (204) - Aber auch z.B. beim Selbstunternehmer

[Alle Kommentare ausblenden] (205) Wichtig: Genaues, unideologisches Hinschauen!




Quelle: http://www.opentheory.org/uebergorzhinaus/text.phtml
(Last Software Update: 06.04.2005, 21:46)