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Unterhaltung im Zeitalter des Internet
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Maintainer: dude Z, Version 1, 21.07.2003  Druckversion
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Status: Final

Unterhaltung als Gegenstand von Kultur-/Medienkritik

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Schon seit Jahrhunderten ist Unterhaltung i.S. von Zerstreuung/Entspannung Gegenstand weitreichender Kulturkritiken. Meist wird das Bedürfnis der Menschen danach negativ bewertet, etwa bei Pascal, Horkheimer/Adorno oder Postman. Weitaus seltener finden sich Verteidiger wie etwa Montaigne oder Benjamin. Aber: ist angesichts der heutigen Allgegenwärtigkeit von Unterhaltungsangeboten eine bewertende Herangehensweise überhaupt noch hilfreich?

Die Auflösung der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Die klassische Zweiteilung "erst die Arbeit, dann das Vergnügen" kann heute nicht mehr uneingeschränkt gelten. Die Arbeitszeit hat sich rasant verkürzt und überhaupt arbeitet beispielsweise in der BRD nur noch weniger als die Hälfte der Bevölkerung. Desweiteren ist eine Verschränkung beider beider Bereiche festzustellen: Unterhaltung wird da etwa zum Stilmittel informierender Medienangebote (info-, edutainment, etc.) und auch die Arbeit soll heutzutage Spaß machen.

Was kann Unterhaltung sein?

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Der Unterhaltungsbegriff hat sich im Lauf der Zeit gewandelt. Der Begriff ist mehrdimensional und umfasst als wichtigste Aspekte Zersreuung/Entspannung, Spiel und Gespräch/Konversation. Jedoch taucht letzterer in der Diskussion lange nicht mehr auf. Die Diskussion kreist vornehmlich um passiv zu konsumierende Unterhaltungsangebote.

Unterhaltung als Gegenstand wissenschaftlicher Diskurse

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Betrachtet man die (vornehmlich kommunikations-)wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Unterhaltung, so fällt auf, dass im Wesentlichen das Fernsehen thematisiert wird. Das Internet als vernetzendes Medium stellt derzeit noch den blinden Fleck der damit beschäftigten Disziplinen dar.

Unterhaltung im Internet

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Während Buch, Film, Radio und Fernsehen als zentralisierte Medien beschrieben werden können, bietet das Internet die Möglichkeit, dieses starre System aufzubrechen - auch im Bereich der Unterhaltung. Mehr noch: es gewährt die Möglichkeit sich wirklich wieder zu unterhalten. Das kann man mit dem Telefon auch, jedoch haben sich damit keine neune kulturellen Praxen herausgebildet. Im Internet dagegen existieren Formen freiwilliger, unentgeldlicher Zusammenarbeit in der Freizeit wie die open source Szene oder eben open theory.

Open source als Unterhaltung?

[Alle Kommentare ausblenden] (6) Kann man nun open source oder open theory als qualitativ neue Formen der medial vermittlelten Unterhaltung begreifen? Sicherlich nicht im Sinne der Eskapismusdiskussion. Aber vielleicht doch als Rückkehr zum Gespräch als produktive und anregende Freizeitbeschäftigung. Nur: wie ernst nehmen die Teilnehmer ihr Tun? Ist es eine entspannende Tätigkeit, neue Software zu entwickeln? Oder doch auch mit ein Kampf um soziale Anerkennung?




Quelle: http://www.opentheory.org/unterhaltung/text.phtml
(Last Software Update: 21.07.2003, 13:06)