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Das oberschlächtige Wasserrad - Ideen zur Konstruktion
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Maintainer: Manfred Brücher, Version 1, 26.05.2002  Druckversion
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Das oberschlächtige Wasserrad

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Der Bestand

Die Form unseres alten Wasserrades mit großem Abstand der Rinne.
Die Schaufeln haben 2 Radien und stoßen senkrecht auf den Radboden.

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Zwar läuft unser altes oberschlächtiges Wasserrad nach der letzten größeren Reparatur noch, dennoch soll das Neue bald in Angriff genommen werden. Immer noch nach 50 Jahren Betrieb. Das Alte hat einen Durchmesser von 5 m und 1,2 m Breite. Der Kranz und die Speichen bestehen aus Eiche Holz, die Schaufeln sind aus Blech. Der Kranz hat eine Tiefe von 20 cm und ist mit den 54 Schaufeln verschraubt. Diese sind dabei sehr flach gestellt d.h. die Entleerung beginnt erst spät, jedoch entstehen Verluste beim befüllen.

Schaufelwinkel 12°
Schaufelradius 100cm
innerer Radius 8,5cm
Schluckweite 9 - 12 cm

Wohl aus Angst vor dem anstreifen im Winter, wenn das Rad durch Eisbildung dicker wird, wurde der Abstand Gerinne - Rad mit 10 cm recht groß gewählt. Das ist jedoch ein Trugschluss denn dadurch spritzt mehr Wasser und gerade deshalb wird es dicker. Durch diesen großen Abstand entstehen also Verluste in doppelter Hinsicht.

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Am Rande
Wenn hier von dem Wirkungsgrad die Rede ist, dann ist dieser stets bezogen auf die Fallhöhe, Oberkante Oberwasser bis Oberkante Unterwasserspiegel, und die mechanische Leistung. Nicht wie manche annehmen bezogen auf den Raddurchmesser


Konstruktion der runden Schaufelform mit Bezeichnungen

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Die alten Bücher

Natürlich bin ich bestrebt bei dem neuen Rad die maximale Leistung zu erzielen. Dabei habe ich die Literatur zu rate gezogen und festgestellt, dass das neueste Buch von 1928 ist: Wilhelm Müller - Die Wasserräder. Alle neueren stützen sich auf dieses Werk.

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Fragt man die "Wassermüller" nach dem Wirkungsgrad eines oberschlächtigen Wasserrad so sagt jeder prompt 75 %, W. Müller dagegen berichtete von seinen Wasserradversuchen welches einen Wirkungsgrad von 0,78 schon bei 10 % Beaufschlagung, 0,82 ab 20% und 0,85 von 30% bis 120% Beaufschlagung aufwies.

[Alle Kommentare ausblenden] (6) Das Rad war aus Stahlblech gefertigt und hatte eine runde Schaufelform. Das Wasser wurde über einen Schützenkasten dem Rad zugeführt. Vermutlich kam auch der von W. Müller entwickelte Kulisseneinlauf zum Einsatz. Die Stauhöhe im Zulaufkasten lag bei gut 40 cm. Das Versuchs Rad hatte einen Duchmesser von 3,60m, 0,80m Breite, und ein zweistufiges Getriebe aus gefrästen Zahnrädern.


Kulisseneinlauf mit verstellbaren Lamellen.
Damit könnte auch die Drehrichtung umgekehrt werden.
Die Luft kann besser entweichen
und die Richtung der Wasserstrahlen kann beeinflusst werden


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[Alle Kommentare ausblenden] (8) Die Leistungsmessung wurde mit diesem Getriebe vorgenommen. Dabei zeigte sich, das die Umfangsgeschwindigkeit von 1,25 bis 1,8 m/s schwanken kann ohne das sich der Wirkungsgrad nennenswert ändert. Mit seinen Versuchen konnte er auch zeigen, das das ober-schlächtige Rad der Turbine bei wechselnder Beaufschlagung überlegen ist und das Rad insgesamt mehr leistet (Jahresarbeit) wenn es bei voller Beaufschlagung im Unterwasser läuft. Das habe ich im Experiment mit unserem alten Rad bestätigen können.

Das Experiment

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Die Verluste des Wasserrades wenn es im Unterwasser läuft
WasserradDrehzahlEintauchtiefePegelLeistung WVerlustleistungBemerkung
5,0829504000
529003833Zu Beginn des Versuches
4,928803766Bezugs Drehzahl
4,92860370066Am Ende des Versuches
4,928553666100Rad Arme bis zu den Schrauben im UW.
4,828017OK. Stufe3500266Die 2. Schrauben tauchen ein
4,727220+ ca. 3 cm3233533Kranz läuft ganz im UW.
4,4826033+ ca. 15 cm2833933Rad-Boden ist ca. 10 cm mit Wasser bedeckt



Bei ca. 250 - 300 Umdrehungen entspricht eine Änderung der Drehzahl um 1 / min einer Änderung der Leistung von 33,3 Watt

Leider hat sich die Wassermenge während dem Versuch geringfügig geändert da ich zum anbringen des Reflektors das Wasser gestaut hatte. Die Leistung des Kinetoterm habe ich aus der Kennlinie des Gerätes ermittelt Zwar steigt die Leistung nicht proportional mit der Drehzahl, dennoch habe ich es einfach linear berechnet.

[Alle Kommentare ausblenden] (10) Bei der Höhe der Verluste spielen sicherlich mehrere Faktoren eine Rolle, insbesondere die Umfangsgeschwindigkeit und der Raum unter und neben dem Rad im Unterwasser; niemals sollte jedoch der ganze Kranz im Unterwasser laufen. Es wäre günstig die Drehrichtung des Rades zu ändern damit das Rad sich in den wenigen Tagen im Jahr in denen es tiefer eintaucht wenigstens etwas frei pumpt. Nach meinem bisheringen Kentnisstand ist es jedoch nicht möglich die Drehrichtung zu ändern, wie sich später noch zeigt.

[Alle Kommentare ausblenden] (11) Jeder (auch Firmen) der sich heute mit oberschlächtigen Wasserrädern befasst sagt, das die Geschwindigkeit des zufließenden Wassers gering sein muss, etwa so schnell wie die Umfangsgeschwindigkeit des Rades c1 = u bis c1 =1,5u. Bei den aller meisten Wasserrädern wird einfach das Wasser über eine Rinne dem Rad zugeführt.

Die vielleicht falsche Grundbedingung

[Alle Kommentare ausblenden] (12) W.Müller schreibt Eingangs das der Effekt durch die Gewichtskraft des Wassers theoretisch vollkommen ist, der Effekt durch den Stoß dagegen sehr unvollkommen; er hat das sogar durch einige Formeln belegt.

Der erste Weg

[Alle Kommentare ausblenden] (13) Zunächst habe ich also versucht den Stoß zu minimieren. Das neue Rad sollte also größer im Durchmesser werden und das Gerinne zum Rad hin ansteigen um das Wasser zu bremsen. Beim alten Rad ist der Abstand Rinne - Umfang recht groß und so könnte ich das Rad mit 5,2 m 20 cm größer bauen als das alte. Gleichzeitig wird das neue 30 cm breiter als das alte da der Kranz und die Arme aus Stahl statt aus Holz hergestellt werden.

[Alle Kommentare ausblenden] (14) Es legt sich also eine Wasserwalze auf das Rad welche bei 300 l/s 15 cm dick sein wird, und damit dicker als die Schluckweite, die in der Zelle vorhandene Luft muss also seitlich entweichen, während das Wasser auf dem Rücken der Schaufel in diese einfließt. Dabei wird das Wasser tangential beschleunigt bevor es auf dem Radboden aufschlägt. Weiterhin heben die im Unterwasser laufenden Schaufeln (nur bei voller Beaufschlagung) jeweils bis zu 60 Liter Wasser etwa 20 cm hoch bevor Luft in diese einströmt und diese sich entleeren. Beide Umstände verursachen Verluste. W.Müller empfiehl zu diesem Zweck für Ventilation zu sorgen, wie das gehen soll, darüber schweigt er jedoch.

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Hochziehen des Wassers bei Tauchung im Unterwasser

[Alle Kommentare ausblenden] (16) Obwohl so ein Neubau eines Wasserrades eine teure Angelegenheit ist, hält mich nichts davon ab in dieser Sache zu "forschen". Zuerst ging ich davon aus, dass das Wasser nur auf dem Rücken der Schaufel einströmen kann, weil die Geschwindigkeit in der Rinne so gering ist. Mein erster Ansatz war eine runde Schaufelform die das Wasser vom Schaufelrücken nicht zum Radboden führt sondern zur Zelleninnenseite umlenkt um die kinetische Energie, welcher der Fallhöhe Rinne - Radboden entspricht, zu nutzen. Das ist jedoch schwierig in der Herstellung, es kostet Schaufelraum und löst nicht das Problem der Ventilation.

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Das Wasser läuft auf dem Rücken der Schaufel ein und soll seine Energie durch Umllenkung abgeben

Der falsche Weg

[Alle Kommentare ausblenden] (18) Nach einiger Zeit kam mir die Idee einen Schlitz (Kanal) in den Radboden zu bauen welcher vom einfließenden Wasser übersprungen werden kann.

Schlitze im Radboden zum ein und ausströmen der Luft
Durch diese kann ein Teil der Luft beim befüllen entweichen. Vor allem würde unten die Entleerung beschleunigt da Luft eintreten kann. Das würde auch den Einbau eines Kropfbleches (wie bei unter - und rücken - schlächtigen Rädern üblich) ermöglichen, auch wenn hier die Gefahr des verklemmen von Treibgut groß ist.

[Alle Kommentare ausblenden] (19) Da ich mir nie sicher war, dass bei voller Beaufschlagung kein Wasser durch den Luftspalt verloren geht, machte ich mich daran ein Modell aus Zinkblech zu löten. Um Arbeit zu sparen beschränkte ich mich auf ein drittel Rad mit Gegengewicht. Dabei machte das Model zunächst einen guten Eindruck. Die Entleerung ging so schnell das das ausströmende Wasser einen Rückstoß in Vorwärtsrichtung verursachte. Um den Nutzen der Ventilation zu testen hatte ich die Spalte im Radboden später abgedichtet und das Modell im Unterwasser laufen lassen. Dabei zeigt sich die eigentliche Problematik: Die Umrechnung Modell - Original und die dazugehörigen Geschwindigkeiten und Füllverhältnisse.

[Alle Kommentare ausblenden] (20) Bei kleiner Umfangsgeschwindigkeit sind diese offenbar nützlich, bei größerer jedoch eher schädlich da das Wasser der Schaufel hinterher fließt, die Luft entweicht und das ausfließende Wasser ja auch eine gewisse Zeit und Fallhöhe braucht. Ohne Ventilation enthält die Schaufel nach dem eintauchen weniger Wasser da die enthaltene Luft nicht entweicht und Wasser verdrängt was wiederum einer Kraft bedarf die jedoch nach dem unterem Totenpunkt wieder abgegeben wird. Dagegen wird das Rad nur dann überhaupt im Unterwasser laufen wenn die Schaufeln viel Wasser enthalten was wieder sehr für die Ventilation spricht. Es bleibt also unbeantwortet.

Alte Zöpfe abschneiden

[Alle Kommentare ausblenden] (21) Auch wenn heute (fast) jeder sagt die Zuflußgeschwindigkeit soll der Umfangsgeschwindigkeit entsprechen kamen mir später wieder Zweifel. Schreibt doch W. Müller von einer Vorwasserhöhe von gut 40 cm was einer Geschwindigkeit von 2,9 m/s (c1 = 2u) entspricht. Er widerspricht sich damit stellenweise in dem Buch.

[Alle Kommentare ausblenden] (22) Legt man eine Wasserwalze mit c1 = u auf das Rad so drückt doch das Gewicht des Wassers auf den Schaufelrücken und damit in die falsche Richtung und wird auch noch falsch beschleunigt.

[Alle Kommentare ausblenden] (23) Denkt bzw. konstruiert man ein Rad mit runden Schaufeln jedoch ohne innerer Radius und ohne Radboden so hätte man ein Turbinenlaufrad konstruiert. Kommt jetzt das Wasser von oben so läuft das Rad sicher rückwärts. Es wird sogar noch rückwärts laufen wenn das Wasser fast tangential einfließt. Das kann man auch mit einem Laufrad eines Ventilators (Radiallüfter) testen.

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Ein Radiallüfter dreht sich in Pfeilrichtung

[Alle Kommentare ausblenden] (25) Die Wirkung des Wassers durch den Stoß ist unvollkommen, weil ein Teil der Energie durch Wirbelbildung verloren geht, ein weiter Teil in der Geschwindigkeit des abgelenkten Wasserstrahls verbleibt.

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Füllen mit geringer Geschwindigkeit:
Das Wasser rutscht den Rücken der Schaufel hinab und schlägt auf dem Radboden auf.

Von den Turbinen abgeschaut

[Alle Kommentare ausblenden] (27) Bei der Pelton Turbine wird das Wasser um fast 180° umgelenkt. Vor dem Eintritt in das Laufrad hat das Wasser die doppelte Umfangsgeschwindigkeit (u), bewegt sich also mit u relativ zur Schaufel. Dann wird es um fast 180° umgelenkt; die Geschwindigkeit in der Schaufel ändert sich dabei nicht. Relativ zur Umgebung steht das Wasser jetzt still. Genau 180° ist nicht möglich da sonst die nachfolgende Schaufel auf das ausströmende Wasser stoßen würde. Das oberschlächtige Wasserrad ist ein Gewichtskraft Motor. Nach dem Füllen und vor dem Beginn der Entleerung ist der Wirkungsgrad fast 100% jedoch treten beim befüllen wenn der Rücken der Schaufel getroffen wird Verluste auf. Überspringt das einfließende Wasser den Schaufelrücken und wird in der Schaufel umgelenkt kann man diese Verluste verringern. Eine steil gestellte Schaufel kann leichter übersprungen werden.

Die gegensätzlichen Bedingungen

[Alle Kommentare ausblenden] (28) Das Wasser soll beim füllen den Rücken der Schaufel nicht berühren sondern auf der Innenseite entlang strömen und dann umgelenkt werden um seine Energie abzugeben.

[Alle Kommentare ausblenden] (29) Das erfordert einen recht steil gestellte Schaufel. Diese ist jedoch wegen der dann frühzeitigen Entleerung ungünstig. Aber vorallem ist eine hohe Geschwindigkeit des einfließenden Wassers erforderlich, die mindestens doppelt so groß sein soll als die Umfangsgeschwindigkeit. Ein guter Kompromiss muss her. Jedenfalls ist die Runde Schaufelform immer günstig, auch weil die Entleerung dadurch später beginnt und später endet.

[Alle Kommentare ausblenden] (30) Ein weiter Umstand ist der Füllfaktor bzw. die Schaufelzahl. Die Schaufeln sollen nicht mehr als 0,3 bis 0,4 des maximalen Volumen gefüllt werden, sonst beginnt die Entleerung zu früh. Ebenfalls ist eine große Anzahl Schaufeln von Vorteil, macht das Rad jedoch schwerer und teurer.

[Alle Kommentare ausblenden] (31) Es gab bisher 2 Möglichkeiten die erforderliche Geschwindigkeit "2u" zu erreichen. Erstens mit einem Spannschütz an welchem die Innenkante schön abgerundet sein soll. Dieser muss so eingestellt werden, das die Vorwasserhöhe ~ 40 cm konstant bleibt. Zweitens durch den von W. Müller beschriebenen Kulisseneinlauf; auch dieser muss derart eingestellt werden.

[Alle Kommentare ausblenden] (32) Beiden gemeinsam ist der große Nachteil, das sie so leicht verstopfen; bei uns ist ein nicht weit geöffneter Spannschütz im Herbst schon nach wenigen Stunden dicht, wegen den vielen Blättern. Das wird wohl der Grund dafür sein das keiner einen solchen einbaut.

[Alle Kommentare ausblenden] (33) Wie wäre es also wenn man das Vorwasser von der Oberkante holt, es auf einem S - Förmig (wie eine Kinderrutschbahn) gebogen Blech beschleunigt und dann den Strahl tangential umlenkt. Die Vorwasserhöhe ist dabei zwangsläufig konstant. Treibgut fällt einfach mit ins Rad und gibt auch noch seine (Lage)energie ab. Nach kurzem Test mit einem dünnen Blech habe ich mich entschlossen das alte Rad umzubauen. Dabei konnte ich nicht mehr als 23 cm Stufenhöhe erreichen was effektiv etwa 33 cm Fallhöhe oder 2,5 m/s entspricht.

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Das Leitblech in Seiten und Vorderansicht

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Füllvorgang bei hoher Geschwindigkeit.
Das Wasser wird von der Innenseite der Schaufel aufgenommen und umgelnkt.

Der Verlust durch dieses Blech kann nicht besonders groß sein
denn in einem in die Strömung gehaltenen Staurohr
steigt das Wasser genau bis Oberkante Vorwasserhöhe.

[Alle Kommentare ausblenden] (36) Das nun abgesägte alte Gerinne hat ein extremes Gegengefälle. Trotzdem gibt bisher keine Ablagerungen oder Verstopfungen; einmal ist ein ca. 12 cm dicker Ast von einem Meter Länge auf dem Blech liegen geblieben - der Rechenlose Betrieb. Das alte Rad macht seither ganz andere Geräusche. Ein paar Schaufeln haben einen anderen, falschen Winkel, wodurch sich die Schluckweite der davorliegenden erhöht. Dadurch stößt mehr Wasser in diese Schaufeln und das "klappern der Mühle " wird hier zum klopfen.

[Alle Kommentare ausblenden] (37) Es ist erkennbar das der Rücken der Schaufeln vom Wasserstrahl getroffen wird aber nicht wie viel davon. Eine Videoaufnahme in Zeitlupe könnte vielleicht helfen. Auch ist das alte Wasserrad anders als das geplante mit sehr flachem Schaufelwinkel ausgestattet, vermutlich um bei geringer Wassermenge noch einen guten Wirkungsgrad zu erzielen; mein Großvater war ja darauf angewiesen auch im Sommer mahlen zu können. Heute ist jedoch die erzielte Jahresarbeit maßgebend.

Zwei Bewegungen überlagern sich

[Alle Kommentare ausblenden] (38) Um eine gute Form und einen guten Winkel der Schaufeln des neuen Rades zu bekommen hatte ich Staroffice eine Tabelle erstellt welche die Form derer durch einige Punkte beschreibt und diese bei der Rotation neu berechnet ebenso auch die Kurve des eintretenden Wasserstrahls.

[Alle Kommentare ausblenden] (39) Zwar ist es gelungen die Formeln dafür zu erstellen, es liegen auch Ergebnisse vor, jedoch komme ich bei der Flut der Zahlen mit deren Interpretation nicht so gut klar.

Der Kern der Sache

[Alle Kommentare ausblenden] (40) Die Stellung der Schaufeln gegen den Wasserstrahl ändert sich fortwährend, so das selbst bei einem steilen Schaufelwinkel noch ein Teil des Wassers auf den Rücken derselben trifft. Eine steil gestellte Schaufel hat jedoch einen frühzeitigen Beginn der Entleerung zur Folge was den Effekt wiederum vermindert. Außerdem wird der Schwerpunkt des Wassers im Schaufelraum weiter nach innen rücken.

Das Skript für Linux

[Alle Kommentare ausblenden] (41) Um die beste Schaufelform zu finden habe ich schließlich ein Perl Skript erstellt welches die Form der Schaufeln und den Weg des einströmenden Wassers berechnet. Die Ausgabe der Daten erfolgt in eine Datei welche dann von dem Programm "Plotmtv" dargestellt wird. Mit Plotmtv wird ein XY Diagramm aus den rohen Zahlenreihen erstellt. Damit kann man z.B. 20 solche Diagramme gleichzeitig berechnen lassen, jeweils eine Momentaufnahme und dann durch einfaches drücken der Taste 'N' (next) den "Film" ablaufen lassen. Das Programm ist weder fertig, noch kann es das fliessverhalten von Wasser simulieren. Es berechnet lediglich die Position des Wassers beim freien Fall überlagert mit der Anfangsgeschwindigkeit und die Drehung der Schaufeln

[Alle Kommentare ausblenden] (42) Die gewünschten Parameter wie Radgöße, Wassermenge, Umfangsgeschwindigkeit,... kann man beim Start eingeben/ändern; eine interaktive Sitzung wäre jedoch besser; kann ja noch werden... Der große Vorteil von plotmtv ist, dass man in das Bild hinein zoomen kann und dabei das Bild nicht pixelig wird.

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Bilderserie: Ausschnitt aus der Ausgabe des Programms

[Alle Kommentare ausblenden] (44) Den Winkel unter welchem das Wasser beim Eintritt das Leitblech verlässt kann man hier auch verändern, ebenso die Position des Gerinne relativ zum oberen Totenpunkt. Die Simulation hat aber gezeigt, dass eine genau horizontale Befüllung ca. eine Schaufel vor dem oberen Totenpunkt am besten ist.

Der Test mit dem Alten

[Alle Kommentare ausblenden] (45) Zur Herstellung des oben erwähnten S-förmigen Einlaufbleches habe ich ein altes, leicht rostiges Stück Blech verwendet da das ja nur provisorisch sein sollte. Dabei zeigt sich, das schon eine kleine Unebenheit im Blech bei 2,5 m/s eine Störung in der laminaren Strömung verursachen. Es ist also sinnvoll hier ein Blech aus rostfreiem Material zu verwenden. Die Abrundung des Blechs muss sorgfältig erfolgen. Der obere Radius orientiert sich an der Kurve des freien Falls überlagert mit der horizontalen Zuflussgeschwindigkeit. Es sollte keine kleineren Radien und keine Unebenheiten aufweisen, weil das die Ablösung des Wasserstrahls am oberen Radius bewirken kann (freier Überfall). Im letzten Winter bei strengem Frost hatte sich zeitweise Grundeis an diesem Blech gebildet, wodurch die Rinne schließlich zum überlaufen kam. Metall ist nun mal ein guter Wärmeleiter; an der Hölzernen Rinne war fast gar kein Eis angefrohren. Mag sein, dass durch geeignete Beschichtung der Rückseite des Einlaufbleches die Eisbildung vermieden werden kann.

[Alle Kommentare ausblenden] (46) Durch diese Vorrichtung geht die Radgröße in Richtung kleinerer Durchmesser oder bzw. und es bewirkt einen Rückstau im Oberen Mühlgraben. So kann man auch nachträglich noch die Fallhöhe vergrößern in dem man das Ufer erhöht und das verlorene Gefälle im oberen Mühlgraben auf ein Mindestmaß verringert.

[Alle Kommentare ausblenden] (47) Es bleibt aber die Ungewissheit ob bei hohen Geschwindigkeiten das Wasser nicht doch wieder aus den Zellen heraus spritzt. Auch bin ich mir nicht sicher ob es sinnvoll ist das neue Wasserrad 4,8 m also 20 cm kleiner als das alte zu bauen, nur um eine Stufenhöhe von 40 cm zu erzielen.

[Alle Kommentare ausblenden] (48) Wenn es gelingt das Wasser ausschließlich an die Schaufelinenseite zu bringen wären es beim füllen Verhältnisse wie bei einer Pelton Turbine. Das heißt bei c1 = 2u bewegt sich das Wasser mit u in die Schaufel, wird umgelenkt und steht still relativ zur Umgebung; die nachfolgende Schaufel stößt mit u auf das Wasser. An dieser Stelle wäre es günstig die verbleibende Energie e = mu^2/2 durch Wirbelbildung zu verheizen da sie sonst einen Impuls in die falsche Richtung zur Folge hätte.




Quelle: http://www.opentheory.org/wasserrad/text.phtml
(Last Software Update: 30.05.2002, 02:48)