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Wissen ist keine Ressource
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Maintainer: Ano Nym, Version 1, 16.12.2002  Druckversion
Projekt-Typ:
Status: Final

Einleitung

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Dieser Essay ist aus einem Seminar über Wissensmanagement am Fachbereich Soziologie der Univeristät Hamburg geboren. In diesem Seminar haben wir uns immer wieder in einen Widerspruch verstrickt, ohne es zu bemerken. Diesen Widerspruch möglichst anschaulich darzustellen, ist das Anliegen dieses Textes.

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Im Seminar wurde zum einen immer wieder bereitwillig der Satz ,,Wissen ist eine knappe Ressource'' akzeptiert. Zum anderen gelangten wir aber aufgrund anderer Überlegungen zu dem Schluss, dass die einzig vernünftige Art, Wissen zu verstehen und von anderen `Dingen' wie Informationen abzugrenzen, Gregory Batesons Unterscheidung war. Laut Bateson ist eine Information ein Unterschied, der einen Unterschied macht. Wissen ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht, der einen Unterschied macht.

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Was uns nicht aufgefallen ist, ist dass diese beiden Aussagen völlig inkompatibel sind.

1 Wissen ist Kohle

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Ich fasse den Satz ,,Wissen ist eine Ressource'' als Metapher auf. Diese Metapher impliziert ein Konzept, welches unser Denken über Wissen prägt. Wenn wir sagen, dass Wissen eine Ressource sei, so übertragen wir damit implizit Eigenschaften von Ressourcen, Zusammenhänge in denen sie stehen etc. auf Wissen. Solche Eigenschaften sind zum Beispiel:

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[Alle Kommentare ausblenden] (6) Um deutlich zu machen, wie ungeeignet das Konzept einer `Ressource' ist, um Wissensphänomene zu beschreiben, werde ich einige solcher Wissensphänomene beschreiben, indem ich das Konzept plastisch und greifbar mache. Dabei spitze ich die Metapher weiter zu indem ich nicht den abstrakten Begriff `Ressource' verwende, sondern ganz konkret sage: ,,Wissen ist Kohle''

1.1  Exploration

[Alle Kommentare ausblenden] (7) Wenn man Wissen als Ressource beschreibt, so verbirgt sich dahinter unter Anderem die Vorstellung, dass man Kosten aufwenden muss, um Wissen zu beschaffen oder Herzustellen. Das Konzept legt daher Vorstellungen nahe, wie:

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Ein Heizer, der eine Maschine betreiben will, kauft Kohle ein um sie zu befeuern.

Es könnte aber auch folgendes passieren:

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Ein Heizer soll eine neue Maschine in Betrieb nehmen. Er lässt einen Treibstofflieferanten kommen. Dieser verkauft ihm Kohle. Als er die Maschine befeuert, geht sie kaputt, weil es sich um einen Ottomotor handelte.

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Ein Heizer steht vor einer Maschine. Er betrachtet und untersucht sie. Nach einer Weile hat er herausbekommen, dass es sich um einen Ottomotor handelt. In diesem Moment ist das Benzin plötzlich da. Es scheint einfach aus dem nichts entstanden zu sein und er braucht keines mehr zu kaufen.

1.2  Transaktion

[Alle Kommentare ausblenden] (11) Ressourcen sind objektiv mess- und fassbare Größen. Mit ihnen kann man Transaktionen vollziehen.

Das Konzept legt also auch Vorstellungen nahe, wie:

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Ein Heizer kauft eine Tonne Kohle von einem Energielieferanten. Nach der Transaktion hat der Lieferant eine Tonne Kohle weniger und der Heizer eine Tonne mehr.

Tatsächlich finden wir aber eher folgende Phänomene:

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In einer Fabrik stehen zwei Dampfmaschinen. Der eine Heizer befeuert seine mit Kohle, der andere hat keine Kohle, daher steht die Maschine still. Eines Tages lässt der eine Heizer den anderen an seine Maschine, und lässt ihn Kohle schippen. Der zweite Heizer arbeitet schwer, aber als er am nächsten Tag zu seiner Maschine geht, hat er plötzlich die Kohle, die er braucht. Ein Controller stellt verwundert fest, dass sich die Menge der Kohle verdoppelt hat, obwohl keine Einkäufe stattgefunden haben.

1.3  Relativität

[Alle Kommentare ausblenden] (14) Noch absurder wird der Gebrauch der Metapher bei folgenden Phänomenen:

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Ein alter Heizer verlässt das Unternehmen. Am folgenden Tag sind die Kohlenkeller leer.

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In einem anderen Fall bittet der Chef des Unternehmens den Heizer, seine Kohle aufzuschreiben, bevor er das Unternehmen verlässt. Das tut er bereitwillig. Am nächsten Tag sind die Kohlenkeller leer. In einem liegt ein kleiner Zettel mit einem Wort. Keiner der jüngeren Heizer kann das Wort entziffern. Einer von ihnen nimmt es mit nach Hause. Er schließt sich in sein Zimmer ein und studiert den Zettel und grübelt vor sich hin. Dabei steht seine Maschine still, weil er nicht zur Arbeit erscheint.

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Nach einer Woche kommt er wieder, geht zum Chef und sagt ihm: Auf dem Zettel steht ,,Kohle''. In diesem Moment sind die Kohlenkeller auf wundersame Weise wieder gefüllt.

Oder in diesem Fall:

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Ein alter Heizer verlässt das Unternehmen. Am letzten Tag putzt und poliert er noch einmal seine Maschine. Er stellt alle Regler noch ein Mal sauber ein, füllt den Kohlenkeller und schreibt einige Anweisungen für den korrekten Betrieb der Maschine auf.

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Am nächsten Tag kommt ein junger Mechaniker in die Halle und findet die Anweisung vor, die Maschine mit Kohle zu betreiben. Damit erreicht er aber einen so schlechten Wirkungsgrad, dass er beginnt die Maschine zu untersuchen. Er stellt fest, dass es sich überhaupt nicht um eine Dampfmaschine handelt, sondern um einen alten, schlecht geregelten Ottomotor, der mit Kohlegas betrieben wird. Also stellt er die Maschine auf Benzinbetrieb um. Dafür benötigt er eine Woche.

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Seltsamerweise findet ein Controller später heraus, dass sich der Wirkungsgrad der Maschine, verglichen zu früher, als noch der alte Heizer im Betrieb war, überhaupt nicht erhöht hat. Er fragt sich, was der Mechaniker die ganze Woche getrieben hat. Noch verwirrter wird er, als ihm der Buchhalter versichert, die Maschine, die jetzt mit Benzin betrieben wird, sei vor hundert Jahren mit Sicherheit als Dampfmaschine angeschafft worden.

2 Was ist das Problem?

[Alle Kommentare ausblenden] (21) Was ist nun genau das Problem an diesem - sicherlich überzogenen - Gebrauch der Metapher ,,Wissen ist eine Ressource''? Zur Erläuterung werde ich Überlegungen von Gregory Bateson heranziehen; und das in einer etwas umfassenderen Weise, als es im Seminar geschehen ist.

2.1  Zwei verschiedene Erkenntnistheorien

[Alle Kommentare ausblenden] (22) Wir haben im Seminar bereits Batesons Definition von Wissen kennengelernt. Demnach ist Wissen ein Unterschied, der einen Unterschied macht, der einen Unterschied macht. Im Rahmen seines Aufsatzes ,,Die Kybernetik des ,,Selbst'': Eine Theorie des Alkoholismus'' [Bateson, 1996b] entfaltet Bateson einen Unterschied zwischen zwei `Erkenntnistheorien'. Diese Unterscheidung ist für ihn viel grundlegender, als dass sie nur auf den Alkoholismus zu beziehen wäre. Tatsächlich zieht sie sich durch einen Großteil seines Werkes.

[Alle Kommentare ausblenden] (23) In Anlehnung an Begriffe von Jung bezeichnet erdiese Erkenntnistheorien als ,,zwei Welten der Erklärung oder zwei Welten des Verstehens (...), nämlich die pleroma und die creatura. In der Pleroma gibt es nur Kräfte und Einwirkungen. In der Creatura herrscht der Unterschied. Mit anderen Worten, die Pleroma ist die Welt der Naturwissenschaften, während die Creatura die Welt der Kommunikation und der Organisation ist'' [Bateson, 1996a, 617].

[Alle Kommentare ausblenden] (24) In ,,Die Kybernetik des ,,Selbst'': Eine Theorie des Alkoholismus'' beschreibt Bateson, dass unweigerlich Fehler auftreten, wenn die Erkenntnistheorie der Pleroma verwendet wird, um Phänomene der Creatura zu beschreiben. Demzufolge sei es durchaus legitim Phänomene der Physik mithilfe von Konzepten, wie Körper, Objekte, Kräften, Energie und Impulsen zu beschreiben. Wenn man mit den selben Begriffen aber über geistige Prozesse, wie Lernen, Kommunikation, `Selbst' etc. spreche, dann entstünden Fehler.

[Alle Kommentare ausblenden] (25) Diese Feststellung, dass Fehler entstünden, unterscheidet sich deutlich von normativen Argumentationen, nach denen man diesen Phänomenen mit Begriffen der Naturwissenschaft nicht `gerecht werden könne'. Laut Bateson sind unpassende Prämissen nicht in einem normativen, sondern in einem empirischen Sinne `falsch', weil sie widersprüchliche Erkenntnisse generieren. Das System, das fehlerhafte Erkenntnisse generiert, bestätige seine Prämissen aber meist, so dass die Fehler nicht als solche erkannt würden [vgl. Bateson, 1996b, 405f].

[Alle Kommentare ausblenden] (26) Als Beispiel sei hier der Alkoholiker genannt, der meint `gegen etwas (den Alkoholismus) kämpfen zu müssen', stärker sein zu müssen als `der Drang zu trinken'. Der Fehler, der hier recht deutlich ist, ist der, dass `der Alkoholismus' oder `der Drang' nichts ist, was außerhalb des Selbst des Alkoholikers liegt. In der Konsequenz muss der Alkoholiker also - ohne dies bewusst so formulieren zu können - gegen sich selbst kämpfen. Das ist ein Kampf, den er nur verlieren kann. [Bateson, 1996b, 414-422, 424ff]

2.2  Die falsche Erkenntnistheorie

[Alle Kommentare ausblenden] (27) Bateson beschreibt den Unterschied zwischen diesen beiden Arten, Phänomene zu beschreiben so.

[Alle Kommentare ausblenden] (28)

Man denke an einen Mann, der einen Baum mit einer Axt fällt. Jeder Hieb der Axt wird entsprechend dem Aussehen der Schnittkerbe des Baumes, die durch den vorherigen Schlag hinterlassen wurde, modifiziert oder korrigiert. Dieser selbstregulierende (d.h. geistige) Prozess wird herbeigeführt durch ein Gesamtsystem - Baum-Augen-Gehirn-Muskeln-Axt-Hieb-Baum (...).

[Alle Kommentare ausblenden] (29)

Richtiger sollten wir die Sache so formulieren: (Unterschiede am Baum) - (Unterschiede auf der Retina) - (Unterschiede im Gehirn) - (Unterschiede in den Muskeln) - (Unterschiede in der Bewegung der Axt) - (Unterschiede am Baum) usw. Was innerhalb des Schaltkreises übertragen wird, sind Umwandlungen von Unterschieden; und, wie oben schon dargelegt, ein Unterschied, der einen Unterschied ausmacht, ist (...) eine Informationseinheit.

[Alle Kommentare ausblenden] (30)

Das ist aber nicht die Weise, in der ein durchschnittlicher Abendländer die Abfolge der Ereignisse eines fallenden Baums sieht. Er sagt: ,,ich habe den Baum gefällt'', und glaubt sogar, dass es einen abgegrenzten Vermittler, das ,,Selbst'' gibt, der eine abgegrenzte ,,zweckgerichtete'' Handlung an einem abgegrenzten Gegenstand ausführte. [Bateson, 1996b, 410f]

[Alle Kommentare ausblenden] (31) Wissen als Ressource zu sehen, produziert genau den selben Fehler. Es entsteht die Vorstellung, dass es eine abgegrenzte Instanz, den `Arbeitnehmer' gibt, dein ein von ihm abgegrenztes Wissen in einem davon abgegrenzten Prozess einsetzt. Die erste Abgrenzung zwischen dem Menschen und seinem Wissen verführt zu der Idee, man könne sein Wissen in Dokumenten speichern und über die Zeit seiner Einstellung aufbewahren. Folgenreicher ist aber die zweite Abgrenzung zwischen dem Wissen und seinem Anwendungsfeld. Damit wird das Wissen von seinem Kontext getrennt und von einer Information mit bestimmten Qualitäten zu einem Ding gemacht.

[Alle Kommentare ausblenden] (32) Wissen kann man nicht verdinglichen ohne dass Fehler in den Erkenntnissen über Wissen entstehen, wie sie in den Bespielen in Kapitel 1 deutlich wurden. Wissen ist einfach kein Wissen, wenn es nicht in Bedeutungskontexte eingebunden ist. Das bedeutet, dass Kohle keine Kohle ist, wenn sie nicht vor einer Dampfmaschine steht und ein Heizer da ist, der Kohle vom Haufen in die Maschine schippen kann.

[Alle Kommentare ausblenden] (33)

2.3  Details der kybernetischen Erkenntnistheorie

[Alle Kommentare ausblenden] (34) Welche Eigenschaften hat nun die andere Erkenntnistheorie? an anderer Stelle bezeichnet Bateson sie als die kybernetische Erklärung, und die Phänomene, die sie erklärt als kommunikativ oder `emisch' [Bateson, 1996c,519]

2.3.1  Messbarkeit von Informationen

[Alle Kommentare ausblenden] (35)

,,(...) die entscheidende Erklärungsquantität [der Kybernetik], die Information, hat null Dimensionen. Quantitäten mit realen Dimensionen (Masse, Länge, Zeit) und ihre Ableitungen (Kraft, Energie, usw.) haben in der kybernetischen Erklärung keinen Platz.'' [Bateson, 1996c,519]

[Alle Kommentare ausblenden] (36) Für Wissen bedeutet das, dass es nicht messbar ist, weil es keine Dimension gibt, in der man es messen könnte.

[Alle Kommentare ausblenden] (37) Bei der Übertragung von Daten können zwar sehr wohl Messungen stattfinden (z.B. die analoge Messung der Spannung in der Telefonleitung), hier wird aber nicht die Information gemessen, sondern durch die Messung entsteht ein Unterschied zu einem früheren Messergebnis. Die Messung ist also Teil der Datenübertragung und nicht eine Messung der Information. Darüber hinaus sind digitale Daten zählbar (z.B. die Anzahl der Bits, Buchstaben oder Wörter eines digitalen Dokuments). Eine Messbarkeit von Information oder Wissen lässt sich daraus allerdings nicht ableiten, weil die Länge eines Textes nur sehr schlecht mit der `Menge der darin enthaltenen Informationen' korreliert.

2.3.2  Lokalisierung von Informationen

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,,Es ist einigermaßen offensichtlich, dass keine Variable mit null Dimensionen wirklich lokalisiert werden kann. ,,Information'' und ,,Form'' gleichen Kontrast, Häufigkeit, Symmetrie, Korrespondenz, Kongruenz, Übereinstimmung und ähnlichem darin, dass sie null Dimensionen haben und deshalb nicht lokalisierbar sind. Der Kontrast zwischen diesem weißen Papier und jenem Kaffee ist nicht irgendwo zwischen dem Papier und dem Kaffee, und selbst wenn wir das Papier und den Kaffee dicht nebeneinander bringen, wird dadurch der Kontrast zwischen ihnen nicht dazwischen lokalisiert oder geklemmt. Auch ist dieser Kontrast nicht zwischen den Beiden Objekten und meinem Auge lokalisiert. Er ist noch nicht einmal in meinem Kopf (...). In der Tat sind Information und Form keine Einzelheiten, die sich lokalisieren ließen. [Bateson, 1996c,527]

[Alle Kommentare ausblenden] (39) Das Wissen ist nicht in Personen oder gar in Dokumenten enthalten.

[Alle Kommentare ausblenden] (40) Hier beginnt Batesons Definition sehr gegen das Alltagsverständnis und gängige Vorstellungen zu laufen. Wo ist denn dann das Wissen, wenn es nicht in den Speichern ist, in denen wir tagtäglich versuchen, es zu speichern?

[Alle Kommentare ausblenden] (41) Die Antwort des Kybernetikers Bateson würde so lauten: Das Wissen ist im gesamten kybernetischen System zu verorten, das die Informationen verarbeitet. Der Mensch, ein Dokument und eine Datenbank sind sicher Teile dieses Systems, sie allein machen es aber nicht aus. Und dies führt uns zum Knackpunkt von Batesons Definition von Wissen.

2.3.3  Die Bedeutung des Kontexts

[Alle Kommentare ausblenden] (42)

,,(...) das Wort als solches existiert nur - hat nur ,,Bedeutung'' - in dem größeren Kontext der Äußerung, der ebenfalls nur in einer Beziehung Bedeutung zukommt.

[Alle Kommentare ausblenden] (43)

Diese Hierarchie von Kontexten in Kontexten ist universell für den kommunikativen (oder ,,emischen'') Aspekt der Phänomene und treibt den Wissenschaftler immer dazu, die Erklärung in den jeweils größeren Einheiten zu suchen.'' [Bateson, 1996c,519]

[Alle Kommentare ausblenden] (44) Wenn Wissen ein Unterschied ist, der einen Unterschied macht, der einen Unterschied macht, so müssen wir fragen, worin denn der Unterschied seinen Unterschied macht. Das ist die Frage nach dem Kontext. Denn nur durch diesen Kontext wird das Datum zu einer Information und nur durch die Einbindung in einen Kontext von Kontexten wird die Information zu Wissen. Dieser äußere Kontext von Kontexten ist der von Kommunikation und Beziehung.

[Alle Kommentare ausblenden] (45) Das Bedeutet, dass Wissen immer noch Daten sind, mit dem einzigen Unterschied, dass diese Daten in zweifache Kontexte von Relevanz (auf der ersten Ebene) und Sinn oder Bedeutung (auf der zweiten Ebene) eingebunden sind. Dieser äußere Kontext ist in der Regel sozialer Natur. Es sind Bedeutungsräume, Kulturen, Gemeinschaften.

[Alle Kommentare ausblenden] (46) Wissen ist also die Einbindung von Daten in einen Dynamischen Prozess.

3 Wissen ist Sprache

[Alle Kommentare ausblenden] (47) Man mag diesen Überlegungen zustimmen und sie für richtig halten. Dieses doch sehr abstrakte kybernetische Konzept ist aber in konkreten Überlegungen sehr schwer einzuhalten, weil es so sehr gegen unser Alltagsverständnis und unseren alltäglichen Sprachgebrauch verstößt. Ich schlage deshalb eine andere Metapher vor, um über Wissen zu reden, die diesem Konzept eher angemessen ist. Es ist die von Sprache.