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Die Frikadelle als vegetarische Anti-Alternative zur Frittenbude.
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Maintainer: g henker, Version 1, 19.06.2003  Druckversion
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Status: Final

Was können wir noch bedenkenlos essen?

[Alle Kommentare ausblenden] (1) 1. Teil der WELT-Serie "Gesunde Ernährung": Die Auswahl der Speisen bestimmt das körperliche Wohl

Von DIRK FÖRGER

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Kaum ein Gebiet der Gesundheitsvorsorge ist wohl so umstritten wie die "richtige" Ernährung. Häufig nehmen Diskussionen über dieses Thema ideologische, manchmal gar pseudoreligiöse Züge an: Butter, ja oder nein? Ist ein Verzicht auf Fleisch nicht nur gesund, sondern sogar ethisch geboten? Welche der vielen Diäten ist die richtige? In den kommenden Wochen wird die Serie "Gesunde Ernährung" jeweils dienstags und samstags verschiedene Ernährungsfragen beleuchten.

München/Berlin - Die Zahl der durch Lebensmittel ausgelösten Infektionen und Vergiftungen steigt deutlich an. Das teilte gestern das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) mit. Anläßlich des 4. Weltkongresses übe

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Als Ursache für die steigende Zahl der Darmerkrankungen kommen nach Expertenangaben sowohl bessere Nachweismethoden als auch veränderte Ernährungsgewohnheiten - beispielsweise der Konsum von Rohmilch - in Frage. Aus diesem Grund wies die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Frankfurt kürzlich darauf hin, nicht wegen einer Vorliebe für Naturprodukte alte Regeln der Hygiene zu verletzen. So würden durch die Verarbeitung und Pasteurisierung der Milch zwar bis zu 15 Prozent der Vitamine zerstört. Allerdings beuge man damit auch Infektionsrisiken vor.

Aufgrund einer Vielzahl von Berichten über Gefahren aus der Nahrung stellen sich heute immer mehr Menschen die Frage: Was können wir noch bedenkenlos essen? Professor Günther Wolfram, Präsident der DGE, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, keine falsc

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Nach Schätzungen von Experten verursachen ernährungsbedingte Krankheiten mit allen ihren Folgen alleine in Deutschland pro Jahr über 100 Milliarden Mark Kosten. Davon entfallen ein Drittel auf Herz-Kreislauf-Leiden, 20 Milliarden auf Karies, 3,8 Milliarden auf Diabetes und 3,5 Milliarden auf Alkohol.

Moderne Untersuchungen haben gezeigt, daß Krebs in einem Drittel der Fälle auf Rauchen, zu weiteren 35 Prozent aber auf Ernährungsfehler zurückzuführen ist. Denn die Nahrung enthält sowohl krebserregende Substanzen, sogenannte Kanzerogene, als auch Promot

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Wenn es um Allergien gegen Lebensmitteln geht, vermuten Laien in aller Regel, daß sie von Zusätzen wie Farb- oder Konservierungsstoffen provoziert werden. In Wirklichkeit sind natürliche Inhaltsstoffe zehnmal häufiger Auslöser dieser

Unverträglichkeiten. Ebenso verursacht die im Volksmund als gesund angepriesene Rohkost mehr Allergien, als wenn die gleichen Lebensmittel gekocht würden. Natürlich haben exotische Früchte wie Kiwis neue Allergien mit sich gebracht. Das gilt auch für ande

[Alle Kommentare ausblenden] (6) Die Ernährungsberichte der DGE zeigen eindeutig, daß der Gehalt an Fremdstoffen in unseren Lebensmitteln in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist. So wurden Verunreinigungen wie Schwermetalle bis zur Nachweisgrenze reduziert: Durch Verzicht auf verbleites Benzin und andere Maßnahmen konnte beispielsweise der Bleigehalt in Lebensmitteln ständig herabgesetzt werden. Wolfram fordert daher, bei der Bewertung von Ernährungsfragen rationaler vorzugehen: "Wer vor Chemie in der Nahrung übermäßig Angst hat, sollte bedenken, daß die meisten biologischen Vorgänge in der Natur ebenfalls chemische Prozesse sind."

Als Beispiel nennt er die Synthese des roten Farbstoffs in Tomaten.

[Alle Kommentare ausblenden] (7) "Obst- und Gemüsesorten enthalten natürliche Pestizide, die im Tierversuch bei Nagern krebserregend wirken", sagt Wolfram weiter. Der überwiegende Teil aller Schädlingsbekämpfungsmittel komme gar aus den Pflanzen selbst. Sie produzierten diese Giftstoffe, um sich gegen Pilze, Insekten oder andere Tiere zu schützen. "Alleine der Kohl enthält beispielsweise 49 natürliche Pestizide", so Wolfram.

Die Angst vor Chemie in der Nahrung hat zu einem Trend von sogenannten Bioprodukten geführt. Allerdings ergaben Untersuchungen, daß diese Nahrungsmittel nicht generell besser sind als konventionell hergestellte Waren. Wichtiger als die Produktionsweise is

[Alle Kommentare ausblenden] (8) Sei sparsam mit Fett, Zucker und Salz. Trinke mindestens zwei Liter pro Tag - aber kaum Alkohol.

Diäten und alternative Kostformen bieten häufig nur eine mehr oder minder einseitige Ernährung, die früher oder später zu Mangelerscheinungen führen kann. So haben insbesondere junge Frauen, die während ihrer Monatsblutung viel Eisen verlieren, häufiger e

[Alle Kommentare ausblenden] (9) Außerdem wiesen sie oft erhebliche Knochenprobleme auf und neigten zu Blutarmut sowie Rachitis.

Auch bei Diäten muß die Zusammensetzung der Kost also den Regeln der Ernährungswissenschaften entsprechen und den Bedarf an Nährstoffen decken: Vollkornprodukte oder Naturreis enthalten günstige Kohlenhydrate, viele Vitamine und Mineralstoffe. Die biologi

[Alle Kommentare ausblenden] (10) Letztlich gibt es bei vielen Menschen - aufgrund von Fehlernährung - trotz eines Überflusses an Speisen doch einen Mangel bestimmter Nahrungsbestandteile. Insbesondere eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen wird zuwenig beachtet. Denn diese Stoffgruppe reguliert die Darmtätigkeit, trägt ohne viel Energie zur Sättigung bei, schont den Stoffwechsel und schützt vor Darmkrebs. Wichtig ist laut Wolfram schließlich auch die Zusammenstellung des Essens. Denn für die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe im Darm ist die Kombination von großer Bedeutung.

© DIE WELT, 9.6.1998

[Alle Kommentare ausblenden] (11) Quelle: http://www.welt.de/cgi-bin/out.pl?url=/980609/0609ws01.htm




Quelle: http://www.opentheory.org/frikadellendiskurs/text.phtml
(Last Software Update: 19.06.2003, 17:39)